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Attentat in der Nähe von Kundus: 

Bundeswehrsoldat stirbt bei Anschlag

27. Aug 2008 10:19, ergänzt 11:29
Bundeswehrsoldat in Afghanistan
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Bei einem Anschlag in Afghanistan ist ein deutscher Soldat getötet worden. In der Sprengfalle wurden weitere drei Bundeswehrangehörige verletzt. Inzwischen machte Verteidigungsminister Jung genauere Angaben zu dem Todesopfer.

Bei einem Anschlag in Afghanistan ist ein deutscher Soldat getötet worden. Das bestätigte Verteidigungsminister Franz Josef Jung. Der Fallschirmjäger im Range eines Hauptfeldwebels kommt aus Zweibrücken, sein Bataillon 263 sitzt im Saarland.
Drei weitere deutsche Soldaten wurden nach seinen Angaben bei dem Anschlag verletzt. Es habe sich um einen «feigen, hinterhältigen Anschlag» mit einer Sprengfalle gehandelt. Jung sprach den Angehörigen sein Anteilnahme aus.

Die Patrouille war laut Jung mit acht Fahrzeugen unterwegs gewesen. Kurz nachdem sie gegen 6.55 Uhr deutscher Zeit den Fluss Kundus durchquert hätten, sei der erste Wagen in die Sprengfalle geraten und in die Luft geflogen. Der Hauptfeldwebel, der die Patrouille angeführt habe, sei sofort tot gewesen.

Jung räumt verschärfte Sicherheitsituation ein

Der CDU-Politiker räumte ein, es gebe eine verschärfte Sicherheitslage im Norden Afghanistans, wo die deutschen Soldaten stationiert sind. Die Bundeswehr werde aber ihrer Aufgabe weiter nachkommen - auch zur Sicherheit der Bundesbürger. Denn in Afghanistan dürften nicht wieder Ausbildungscamps für Terroristen entstehen.
Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich erschüttert. «Wir verurteilen den feigen Anschlag aufs Schärfste», sagte der SPD-Politiker im brandenburgischen Wiesenburg. «Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und den Kameraden des getöteten Soldaten.» Den Verletzten wünschte Steinmeier eine baldige Genesung.


Gouverneur: Ferngezündeter Sprengsatz

Der Gouverneur der Provinz Kundus, Engineer Mohammad Omar, machte die Taliban und das Terrornetz El Kaida für den Anschlag verantwortlich. Omar sagte, die Bundeswehr sei im Distrikt Chardara mit einem ferngezündeten Sprengsatz angegriffen worden. Chardara gilt als eine der unsichersten Gegenden in der Provinz Kundus.

Vor drei Wochen waren in der Region drei deutsche Soldaten bei einem Anschlag verletzt worden, zwei davon lebensbedrohlich. Zu dieser Tat hatten sich die Taliban bekannt. Bei einem Selbstmordanschlag im Mai 2007 waren in Kundus drei Bundeswehr- Soldaten und acht afghanische Zivilisten getötet worden.

Der Bundestag entscheidet Anfang Oktober über eine Verlängerung des Bundeswehr-Mandats in Afghanistan. Die Sicherheitslage am Hindukusch hat sich in diesem Jahr erneut verschärft. Besonders Angriffe mit Sprengfallen haben weiter zugenommen.

Mehr tote Soldaten als im Irak

Im vergangenen Mai waren in Afghanistan erstmals mehr ausländische Soldaten ums Leben gekommen als im Irak. Insgesamt wurden nach Angaben von Hilfsorganisationen bei Kämpfen und Anschlägen in Afghanistan in diesem Jahr mehr als 3000 Menschen getötet, darunter etwa 1000 Zivilisten. (AP/dpa)

 
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