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Mehr als 90 Menschen an Bord: 

Rebellen entführen Flugzeug im Sudan

26. Aug 2008 20:05, ergänzt 22:07
Die Maschine war in der Unruheprovinz Darfur gestartet. Die Entführer wollten zunächst, dass das Flugzeug nach Frankreich fliegt, inzwischen ist es in Libyen gelandet.

Im Sudan ist am Dienstag ein Flugzeug mit mehr als 90 Menschen an Bord entführt worden. Die Entführer brachten die Maschine nach Angaben arabischer Nachrichtensender auf einem Inlandsflug von der Stadt Njala in die Hauptstadt Khartum in seine Gewalt und verlangte von dem Piloten, er solle nach Frankreich fliegen. Die Maschine landete jedoch zunächst auf dem Flughafen Al-Kafra in Libyen, um aufzutanken. Über die Anzahl der Entführer herrschte Unklarheit, in manchen Berichten war von einem, in anderen drei Kidnappern die Rede.
Über mögliche politische Forderungen des Entführers wurde nichts bekannt. Unter den Passagieren sollen nach inoffiziellen Angaben mindestens drei Lokalpolitiker aus der Konfliktregion Darfur sein.

Die Stadt Njala, von wo aus das Flugzeug gestartet war, liegt in Darfur, wo sich afrikanische Rebellengruppen und arabische Milizen seit Jahren blutige Kämpfe liefern. Wenige Stunden vor der Entführung hatte es bei einem Gefecht in dem Flüchtlingslager Kalma Dutzende von Toten gegeben.

Über die Zahl der Entführer und ihre Bewaffnung lagen keine konkreten Angaben vor. Laut Al-Arabija waren 87 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder an Bord der Maschine. Von den libyschen Behörden hieß es, man habe dem Flugzeug der sudanesischen Fluggesellschaft Sun Air aus humanitären Gründung die Landung in Al-Kafra gestattet.

Es sei nach Libyen umgeleitet worden, nachdem Ägypten keine Landeerlaubnis erteilt habe. Die Entführer gehören den Informationen zufolge einer der zahlreichen Rebellengruppen aus der Unruheprovinz Darfur im Süden Sudans an. (dpa/AP)

 
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