31.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Zwillingsstädten Minneapolis/St.Paul richten den republikanischen Parteitag aus
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Proper und aufgeräumt wollen sich die beiden Zwillingsstädte Minneapolis/St. Paul den Republikanern präsentieren. Die Stadtoberen gingen als gutes Beispiel voran und griffen selbst zu Putzeimer und Lappen.
Sie sind Amerikas «Zwillingsstädte», liegen Seite an Seite im nördlichen US-Bundesstaat Minnesota. Und, unzertrennlich wie sie sind, geben sie sich auch zusammen die Ehre: als Gastgeber des Nominierungsparteitags der Republiker vom 1. bis zum 4. September.
Willkommen in Minneapolis/St. Paul, inmitten einer Seenlandschaft am Mississippi, einem Gebiet, in dem es sich gut leben und urlauben lässt: Unter diesem Motto jedenfalls zieht das Städteduo zum Mammuttreffen der Konservativen alle Register. «Das ist eine Gelegenheit, die nur einmal im Leben kommt», zitiert denn auch die «Washington Times» die Sprecherin des Gastgeberkomitees, Teresa McFarland.
Europäischer Charme Das 1867 gegründete Minneapolis gilt als typisch amerikanische Stadt, in der sich das Leben einer modernen Metropole mit einem historischen Erbe verbindet. Die westliche der beiden Zwillingsstädte am Mississippi zählt 383.000 Einwohner.
Der kleine Nachbar St. Paul - gerade nur 16 Kilometer liegen die Zentren der beiden Städte auseinander - hat lediglich 277.000 Bewohner, ist aber dennoch seit 1854 Minnesotas Hauptstadt. St. Paul verbreitet bis heute viel europäischen Charme, wurde die Stadt doch zunächst von Händlern, Forschern und Missionaren französischen Ursprungs besiedelt, die aus dem nahe gelegenen Kanada über die Grenze kamen.
Die «Zwillinge» versprechen sich vom Republikaner-Treffen reiche wirtschaftliche Beute: 160 Millionen Dollar (108 Millionen Euro) an Einkünften, so hofft man, wird das viertägige Spektakel den Städten bescheren.
VIP-Karten für das sauberste Haus Das Duo, zwischen dem zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch eine starke Rivalität herrschte, hatte sich mit seiner Bewerbung gegen Städte wie Cleveland und New York durchgesetzt. Seit die Städte im September 2006 den Zuschlag erhielten, laufen die Vorbereitungen in der Region auf Hochtouren, um sich den erwarteten 45.000 Besuchern von der besten Seite zu präsentieren. So wurden Anwohner und Ladenbesitzer ermuntert, ihre Häuser und Geschäfte nett herzurichten - Blumen zu pflanzen, Wände zu streichen, Graffiti zu entfernen und US-Fähnchen in ihre Vorgärten zu stecken. Dem Besitzer des am schönsten herausgeputzten Hauses winkten VIP-Tickets für die besten Partys des Parteitages.
Die Stadtoberen gingen bei der Schönheitskur mit gutem Beispiel voran: So griffen kürzlich auch die Bürgermeister und Tourismuschefs zum Lappen und wuschen die Taxis der Stadt, berichtete die «Minneapolis Post».
32 Kilometer neue Kabel Das Treffen selbst findet im «Xcel Energy Center» von St. Paul statt: 60.000 neue Telefonleitungen und 32 Kilometer Strom- und Glasfaserkabel wurden nach Medienangaben verlegt. Und wie in Denver (Colorado), dem Schauplatz des Demokraten-Parteitags, denkt man auch bei den Republikanern grün: Ein Teil des Stroms in der Veranstaltungsarena wird aus Windenergie gewonnen.
Auf die Gastgeberrolle hatte man lange genug warten müssen: 116 Jahre ist es her, dass Minneapolis zuletzt Gastgeber war. Damals, im Jahr 1892, nominierten die Republikaner Benjamin Harrison als Präsidentschaftskandidaten. Er hatte kein Glück: Bei der Wahl siegte sein Rivale, der Demokrat Grover Cleveland. (Von Nora Schmitt-Sausen, dpa)