24. Aug 2008 10:19
Der Bürgermeister von Denver verspricht den «grünsten Parteitag» aller Zeiten. Vorbildlich recyclter Müll, Strom aus Windrädern - und Gesundheitskost. Nur beim Essen geht es einigen Demokraten dann doch zu weit.
Der ganzen Stadt mit ihren 560.000 Einwohnern wurde ein Ökotrip verordnet: Die zahlreichen Partys und Veranstaltungen am Rande des Parteitags sollen von Umweltbewusstsein durchdrungen sein, die Restaurants offerieren Speisekarten mit Gesundheitskost, die Hotels wurden zu verstärktem Umweltschutz gedrängt. Bereits seit einigen Jahren zählt Denver zu den besonders umweltbewussten Großstädten der USA: Knapp die Hälfte der städtischen Autos sowie der Großteil der Taxis fahren mit Hybridantrieb oder werden mit alternativen Kraftstoffen betrieben. Die Stadt und ihre Bewohner haben auch für die Zukunft große Pläne: Bis 2025 wollen sie eine Million neue Bäume in ihrer Heimat pflanzen.
Und so will sich die einstige Goldgräbermetropole beim Mammuttreffen der Demokraten vom 25. bis zum 28. August der Welt als umweltbewusste Vorzeigestadt präsentieren: Ein Teil des Stroms für den Parteitag wird durch Wind- und Solarenergie gewonnen. Die auf einer Wahlkampfveranstaltung unerlässlichen Luftballons und Konfetti- Massen wurden auf ihre biologische Abbaubarkeit überprüft. 900 Freiwillige seien engagiert, um den Müll der Parteitagsbesucher in Recyclingtonnen vorbildlich zu entsorgen, schrieb die «Washington Times». Für einen umweltschonenden Trip vorbei an den historischen Sehenswürdigkeiten und der modernen Architektur der 1858 gegründeten Stadt stehen 1000 Leihfahrräder bereit.
Aufgebrachte Diskussionen allerdings provozierte der Wunsch der Organisatoren, bei offiziellen Veranstaltungen für die 50.000 erwarteten Delegierten, Gäste und Journalisten «gesundes» und «biologisches» Essen zu offerieren. Statt der amerikanischen Bestseller wie Hamburger und frittierten Hühnchen sollten Lieferanten und Restaurants vor allem gesunde und fettarme Speisen anbieten.Darauf brach in Denver ein «Food fight» (Kampf ums Essen) aus, wie US-Medien berichteten. Empört wiesen Traditionalisten zurück, dass während der vier Veranstaltungstage Frittiertes verbannt sein sollte, alle Mahlzeiten in mindestens drei von fünf vorgeschriebenen Farben gestaltet sein sollten sowie nur organische und einheimische Zutaten verwendet werden dürften.