19. Aug 2008 18:55
Bis ins kleinste Detail ist der Ablauf geplant, wie die Entscheidung in die Öffentlichkeit gelangen soll. Schließlich soll Obamas Kandidat für das Amt des US-Vizepräsidenten die Schlagzeilen dominieren.
Der «New York Times» zufolge hat Obama seine Suche nach der Nummer Zwei während seines Hawaii-Urlaubs in der vergangenen Woche so gut wie abgeschlossen, aber nur ein halbes Dutzend engster Mitarbeiter seien in die letzte Phase der Diskussionen einbezogen gewesen. Alle hüllten sich total in Schweigen.Als heißeste Anwärter gelten die Senatoren Evan Bayh (Indiana) und Joseph Biden (Delaware) sowie der Gouverneur von Virginia, Tim Kaine. Eine Nominierung der Ex-First Lady Hillary Clinton, die im Vorwahlkampf Obama nur hauchdünn unterlegen war, wäre dagegen nach allgemeiner Einschätzung eine große Überraschung. Als weitere mögliche, aber weniger wahrscheinliche Kandidaten werden in den US-Medien noch die Senatoren Christopher Dodd (Connecticut) und Jack Reed (Rhode Island) sowie der Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, genannt.
Auch der Republikaner John McCain hüllt sich über seine Vize-Auswahl noch in Schweigen. Als Favorit gilt der frühere Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, McCains Hauptrivale im Vorwahlkampf. Da der republikanische Nominierungsparteitag erst am 1. September beginnt, also eine Woche nach dem Treffen der Demokraten, hat er noch länger Zeit für eine öffentliche Festlegung. Als mögliches Enthüllungsdatum nannten US-Medien am Dienstag den 29. August. Das ist der Freitag nach Obamas Rede zum Abschluss des Demokraten-Treffens und zugleich McCains Geburtstag: Er wird dann 72 Jahre alt. Den Medien zufolge, die sich auf Kreise um den republikanischen Spitzenkandidaten stützen, plant McCain eine Bekanntgabe auf einer größeren Kundgebung in Ohio mit dem «Vize» an seiner Seite. Ohio gehört zu den Schlüsselstaaten bei der Wahl am 4. November. Eine Enthüllung gleich am Tag nach Obamas Rede vor 75.000 Menschen würde den Demokraten einen Teil der erhofften Schlagzeilen in den Medien stehlen und zugleich die Aufmerksamkeit auf den bevorstehenden Republikaner-Parteitag lenken. (dpa)