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Spekulationen um die Nummer Zwei: 

Nachricht über Obama-Vize kommt per SMS

19. Aug 2008 18:55
Noch hat Obama keinen Vizepräsidenten-Kandidaten an seiner Seite
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Bis ins kleinste Detail ist der Ablauf geplant, wie die Entscheidung in die Öffentlichkeit gelangen soll. Schließlich soll Obamas Kandidat für das Amt des US-Vizepräsidenten die Schlagzeilen dominieren.

Die Spannung wächst: Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama hat sich nach Angaben der «New York Times» auf einen Vizekandidaten festgelegt und will seine Wahl in dieser Woche bekanntgeben. Das Geheimnis werde aber frühestens Mittwochmorgen (Ortszeit) gelüftet, zitierte die Zeitung am Dienstag Berater Obamas.

Der «New York Times» zufolge hat Obama seine Suche nach der Nummer Zwei während seines Hawaii-Urlaubs in der vergangenen Woche so gut wie abgeschlossen, aber nur ein halbes Dutzend engster Mitarbeiter seien in die letzte Phase der Diskussionen einbezogen gewesen. Alle hüllten sich total in Schweigen.

Als heißeste Anwärter gelten die Senatoren Evan Bayh (Indiana) und Joseph Biden (Delaware) sowie der Gouverneur von Virginia, Tim Kaine. Eine Nominierung der Ex-First Lady Hillary Clinton, die im Vorwahlkampf Obama nur hauchdünn unterlegen war, wäre dagegen nach allgemeiner Einschätzung eine große Überraschung. Als weitere mögliche, aber weniger wahrscheinliche Kandidaten werden in den US-Medien noch die Senatoren Christopher Dodd (Connecticut) und Jack Reed (Rhode Island) sowie der Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, genannt.

Möglichst große Öffentlichkeitswirkung

Den Berichten zufolge gibt es einen sorgfältig ausgearbeiteten Plan, um der Auswahl des Vizekandidaten eine möglichst große Öffentlichkeitswirkung im Vorfeld des demokratischen Nominierungsparteitags in Denver zu sichern, der am kommenden Montag beginnt. Demnach werde die Entscheidung morgens in SMS-Botschaften und E-Mails an Freunde und Unterstützer publik gemacht.

Möglicherweise würden Obama und sein «Vize» dann noch am selben Tag zu einer gemeinsamen Tour durch Bundesstaaten aufbrechen, die für die Präsidentschaftswahl am 4. November als Schlüsselstaaten gelten.

An diesem Mittwoch steht der «New York Times« zufolge ein Wahlkampfauftritt Obamas in Virginia auf dem Programm. Aber sein Lager habe mit Blick auf den dortigen Gouverneur und Vize-Präsidenten-Kandidaten Kaine davor gewarnt, zu viel «hineinzulesen». Obama selbst wird am Mittwoch kommender Woche in Denver erwartet, um dann offiziell seine Nominierung zu akzeptieren.

Die «Washington Post» wollte unterdessen nicht ausschließen, dass Obama die Nation noch bis zum Wochenende auf die Folter spannen könnte. Damit halte er die Spekulationen und damit das öffentliche Interesse die ganze Woche über wach und könne dann mit einem «Paukenschlag» in den Demokraten-Kongress in Denver gehen, mutmaßte das Blatt. Im Jahr 2004 hatte der damalige demokratische Präsidentschaftsbewerber John Kerry den Namen seines «Vize» - John Edwards - schon 20 Tage vor dem Parteitag bekanntgegeben.

Rätselraten auch bei McCain

Auch der Republikaner John McCain hüllt sich über seine Vize-Auswahl noch in Schweigen. Als Favorit gilt der frühere Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, McCains Hauptrivale im Vorwahlkampf. Da der republikanische Nominierungsparteitag erst am 1. September beginnt, also eine Woche nach dem Treffen der Demokraten, hat er noch länger Zeit für eine öffentliche Festlegung. Als mögliches Enthüllungsdatum nannten US-Medien am Dienstag den 29. August. Das ist der Freitag nach Obamas Rede zum Abschluss des Demokraten-Treffens und zugleich McCains Geburtstag: Er wird dann 72 Jahre alt.

Den Medien zufolge, die sich auf Kreise um den republikanischen Spitzenkandidaten stützen, plant McCain eine Bekanntgabe auf einer größeren Kundgebung in Ohio mit dem «Vize» an seiner Seite. Ohio gehört zu den Schlüsselstaaten bei der Wahl am 4. November. Eine Enthüllung gleich am Tag nach Obamas Rede vor 75.000 Menschen würde den Demokraten einen Teil der erhofften Schlagzeilen in den Medien stehlen und zugleich die Aufmerksamkeit auf den bevorstehenden Republikaner-Parteitag lenken. (dpa)

 
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