Nach dem Krieg in Georgien: 

netzeitung.deGorbatschow verteidigt Russlands Offensive

 Herausgeber: netzeitung.de

Gorbatschow kritisierte auch die USA (Foto: nz<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Gorbatschow kritisierte auch die USA
Foto: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In einem Fernsehinterview hat der frühere sowjetische Präsident Georgien eine «barbarische Attacke» auf die Stadt Zchinwali vorgeworfen. Der georgische Präsident Saakaschwili reagierte empört.

Der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow hat die russische Militäroffensive gegen Georgien verteidigt. «Russland hat gehandelt, um auf eine Aggression Georgiens zu antworten», sagte der Friedensnobelpreisträger in einem Interview des US-Fernsehsenders CNN am Donnerstag.

Moskau habe auf eine «barbarische Attacke» Georgiens auf die südossetische Hauptstadt Zchinwali reagiert. Dass Russland Georgien besetzt habe sei falsch, in dem Zusammenhang sprach er von einem «Informationskrieg». «Ich denke, jetzt, wo man die Stadt sieht, wird alles klarer.»

Gorbatschow kritisierte zudem die Unterstützung der USA für Georgiens Präsident Michail Saakaschwili. «Die USA sollten das nicht tun. Das macht die Lage nur komplizierter», sagte der letzte sowjetische Präsident in der Sendung «Larry King Live».

«Schande über Sie, Herr Gorbatschow»
Saakaschwili zeigte sich in derselben Sendung «schockiert» über die Aussagen Gorbatschows. «Schande über Sie, Herr Gorbatschow», sagte er sichtlich aufgebracht. Solche Worte habe er von dem Friedensnobelpreisträger nicht erwartet. Gorbatschow rechtfertige, dass Russland 1200 Panzer nach Georgien habe rollen lassen.

Saakaschwili habe Europa und den Westen in die Irre geführt, sagte der frühere Sowjet-Präsident. Der georgische Präsident «ist keine Person, der man vertrauen sollte. Aber es ist Sache des georgischen Volkes, das zu entscheiden», sagte Gorbatschow.

Er kritisierte zudem, dass die Regierung in Tiflis militärisch enorm aufgerüstet habe. Es seien «Berge von Waffen» nach Georgien geliefert worden. «Wenn Georgien nicht bis an die Zähne bewaffnet gewesen wäre, hätte es nicht das getan, was es getan hat», sagte Gorbatschow. (nz/dpa)