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Auto von Kugeln zersiebt: 

Deutsche Familie in Georgien beschossen

15. Aug 2008 10:18, ergänzt 20. Aug 2008 15:06
Auf den georgischen Autobahnen sind viele Flüchtlinge unterwegs
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Lübecker waren mit dem Auto von der Schwarzmeerküste Richtung Tiflis unterwegs, als sie zwischen die Fronten gerieten. Schüsse prasselten auf den Wagen, heißt es in einem Medienbericht. Der Familienvater kritisiert den Bericht.

Im georgischen Krisengebiet ist eine deutsche Familie unter Beschuss geraten und zum Teil schwer verletzt worden. «Spiegel Online» berichtete am Donnerstagabend, die vierköpfige Familie aus Lübeck sei am Dienstag in der Nähe von Gori in ihrem Auto beschossen worden.

Der 43-jährige Vater und seine aus Georgien stammende Frau seien schwer, die beiden Kinder leicht verletzt worden. Das Auswärtige Amt bestätigte, dass zwei Deutsche verletzt worden seien. Sie seien im Krankenhaus und würden von der deutschen Botschaft betreut.

Dem Bericht zufolge war Sönke T. mit seiner Frau und zwei Kindern im Alter von einem und vier Jahren auf der Schnellstraße von der Schwarzmeerküste in Richtung Tiflis unterwegs. Plötzlich hätten Unbekannte das Auto «mit Kugeln regelrecht zersiebt», wird der Familienvater zitiert.

Südossetische Rebellen vermutlich die Täter

Der Vorfall habe sich in der Nähe der Stadt Gori ereignet, mitten im Krisengebiet und nur wenige Kilometer entfernt von Südossetien. Vermutlich sei die Familie südossetischen Guerillas zum Opfer gefallen, die nach dem militärischen Sieg der russischen Armee und dem Rückzug der Georgier in die Region um Gori eingedrungen seien.

«Die Angreifer waren nicht uniformiert und haben uns in eine Falle gelockt», zitierte «Spiegel Online» den Familienvater. Demnach habe es sich «definitiv» nicht um russische Soldaten gehandelt.

Sönke T. wurde mehrfach von Kugeln getroffen, eine habe seine Lunge verletzt, berichtete das Online-Magazin weiter. Seine aus Georgien stammende Frau mit deutscher Staatsangehörigkeit sei von rund einem Dutzend Geschossen getroffen worden.

Der Lübecker sei an die Schwarzmeerküste gereist, um dort seine Frau und seine Kinder abzuholen, schrieb «Spiegel Online». Demnach hätten Frau und Kinder keine Reisepässe dabei gehabt und hätten deshalb nicht die Möglichkeit gehabt, in die Türkei auszureisen.

Etwas andere Darstellung

Der Deutsche selbst kritisiert in einem Blogeintrag, diese Darstellung der Geschehnisse entspreche nicht ganz den Tatsachen. Etwa habe die Schießerei «am Ortsausgang von Gori» stattgefunden, nicht in der Nähe der Stadt. Auch sei seine Lunge «nicht von mehreren 'Kugeln' getroffen» worden, sondern «von Schrapnellen, wie sie durch den Aufprall von Dum-Dum-Geschossen entstehen».

Und: «Meine Frau ist nicht 'deutsche Staatsangehörige, sondern besitzt die georgische Staatsbürgerschaft», so Sönke Henning T. in dem Blog «caucasus pictures». Sie sei zudem nicht wie von Spiegel Online berichtet von einem Dutzend Geschossen getroffen worden, sondern «von 5». Auch seien die Fenster des Autos von Familie T. «schlicht nicht mehr vorhanden» und nicht zur «zerlöchert» gewesen.

Die Netzeitung hat die ungenauen Angaben von Spiegel Online ungeprüft übernommen und entschuldigt sich dafür bei ihren Lesern. (nz/AP)
 
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