Headline-Rede beim Parteitag:
Hillary Clinton hat einen Traum
11. Aug 2008 11:49
 |  Hillary Clinton glaubt jetzt auch an "change" mit Obama | Foto: AP |
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Sie will wieder einen Demokraten im Weißen Haus: Deshalb hält die Ex-Präsidentschaftsbewerberin die wichtigste Rede beim Krönungs-Konvent für Barack Obama. Auch im Parteiprogramm macht Clinton ihre Sonderrolle deutlich.
Hillary Clinton wird auf dem Parteitag der Demokraten in den USA eine der vier Hauptreden halten. Wie die Wahlkampfleitung der Partei mitteilte, wird die im Vorwahlrennen gegen Barack Obama gescheiterte Senatorin von New York am zweiten Abend des Parteitags in Denver die «Headline»-Rede halten. Der erste Abend am 25. August gehört Michele Obama, der Frau des Spitzenkandidaten.
Am dritten Abend wird dann der noch nicht benannte Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten sprechen, ehe zum Abschluss der «Democratic National Convention» die offizielle Wahl Obamas erfolgt und sich dieser dann an die Partei wendet. Um Obama ein möglichst großes Auditorium zu bieten, zieht der Parteitag am letzten Tag von der Halle der Pepsi Arena ins Mile-High-Stadion um. Der 28. August ist auch der 45. Jahrestag der programmatischen Rede des Bürgerrechtlers Martin Luther King mit den Worten «I have a Dream».Obamas Wahlkampfteam bezeichnete die New Yorker Senatorin und frühere First Lady als Anwältin für die Belange von Arbeiterfamilien und «eine der effektivsten und einfühlsamsten Stimmen, die es heute im Land gibt». Clinton und Obama hatten sich in den parteiinternen Vorwahlen einen erbitterten Schlagabtausch geliefert. Seit seinem Sieg über seine Widersacherin bemüht sich Obama darum, Clintons Anhängerschaft auf seine Seite zu ziehen.
Getrennte Wege, gemeinsame Reise
Hillary Clinton rief ihre Anhänger am Freitagabend zur Unterstützung ihres einstigen innerparteilichen Rivalen Barack Obama auf. Auch wenn er ihre eigenen Hoffnungen auf den Einzug ins Weiße Haus zerstört habe, so sei Obama doch ein besserer Bewerber für die Staatsführung als der Republikaner John McCain, sagte die New Yorker Senatorin bei einer Wahlkampfveranstaltung in Las Vegas. Es war ihr erster gezielter Auftritt zugunsten von Obama. «Jeder, der mich gewählt hat oder für mich Wahlkampf betrieben hat, steht Obama sehr viel näher als McCain», sagte Clinton vor ihren jubelnden Anhängern. «Vergesst nicht, für was wir in meiner Kampagne gekämpft haben.» Sie und Obama mögen auf getrennten Wegen gestartet sein, doch jetzt müssten sie ihre Reise gemeinsam fortsetzen.Beobachter sprachen von einem klaren Versuch Clintons, die Demokratische Partei nach dem erbitterten Machtkampf um die Präsidentschaftskandidatur wieder zu einen. Dies dürfte auch die Absicht von Clintons Ehemann, dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton, sein. Dieser hat unlängst angekündigt, er wolle auf dem Nominierungsparteitag Ende August in Denver (Colorado) eine Rede halten.
Ein Satz für die feministische Seele
Die Demokraten haben sich auf ein Programm für die Präsidentschaftswahl verständigt, das auf dem Nominierungsparteitag vom 25. bis 28. August in Denver verabschiedet werden soll. Medienberichten zufolge trägt es in den meisten Fragen die Handschrift von Barack Obama, aber in einigen Punkten spiegelt es auch die Position seiner einstigen Rivalin Hillary Clinton wieder. So sei die Forderung nach fairer Behandlung von Frauen in das Programm aufgenommen worden – eine Antwort auf Klagen, denen zufolge die Ex-First Lady im Vorwahlkampf zum Opfer sexistischer Medienberichterstattung geworden sei. In der Frage der Gesundheitsreform, bei der Clinton im Gegensatz zu Obama eine Pflichtversicherung für alle will, wurden so vage Formulierungen gewählt, dass sich Clinton und Obama als Sieger fühlen können.Der republikanische Präsidentschaftsbewerber John McCain will sich auf dem Nominierungsparteitag Anfang September in Minneapolis-St. Paul kurzfassen. Ein langjähriger Redenschreiber des Senators aus Arizona hat laut «Washington Post» einen Entwurf der Ansprache verfasst, die McCain nach seiner offiziellen Ernennung zum Spitzenkandidaten am 4. September halten wird – und sie ist nur 21 Minuten lang. Sie könne sogar noch kürzer werden, zitiert das Blatt Wahlkampfberater, denn McCain sei kein Freund von ausschweifenden Reden. Dabei ist dem republikanischen Lager durchaus bewusst, dass der Demokrat Barack Obama vermutlich eine weitaus längere Rede zum Abschluss des demokratischen Parteitages Ende August halten wird –und das in einem Stadion vor 75.000 Menschen. «Aber es wird am Ende die Substanz sein, die zählt», zeigen sich die McCain-Berater zuversichtlich.
Der Republikaner schläft gern aus
McCain klagte über den anstrengenden Wahlkampf, der ihm kaum Zeit zur Erholung lasse. Auch wenn auf seinem Kalender ein Ruhetag eingetragen sei, verbringe er in der Regel lange Stunden mit Wahlkampfvorbereitungen, zitierte die «Washington Post» McCain, der am 29. August 72 Jahre alt wird. Aber es helfe wirklich, wenn er etwas länger schlafe – am besten bis 7.30 Uhr oder acht Uhr. Nach langen Tagen werde er sonst ein bisschen mehr müde, aber nicht schlecht gelaunt, fügte der Senator aus Arizona rasch hinzu. Im Gegensatz zu McCain gilt sein demokratischer Rivale Obama als Frühaufsteher. Meistens ist der 47-Jährige schon um sechs Uhr morgens zum Fitness-Training auf den Beinen. (AP/dpa)