In einem Staatsstreich hatten die Militärs des Wüstenstaats am Mittwoch die Macht übernommen. Präsident Sidi Ould Cheikh Abdallahi und Regierungschef Yahya Ould Ahmed El wurden festgenommen. Die Macht gehe nun von einem «Staatsrat» unter der Führung des Generals Mohammed Ould Abdel Aziz aus, verkündeten die Putschisten nach Angaben der Nachrichtenagentur AMI in einem im Fernsehen verlesenen Kommuniqué. Bei dem Putsch wurde nach Augenzeugenberichten kein einziger Schuss abgefeuert. Soldaten besetzten strategisch wichtige Positionen in der Hauptstadt des Landes. Der staatliche Rundfunk und das Fernsehen in Mauretanien unterbrachen vorübergehend ihre Programme. Die Bevölkerung nahm den Putsch mit Gelassenheit auf. Die Lage in Nouakchott blieb ruhig.
Der Anführer der Umstürzler war bisher Kommandeur der Präsidentengarde gewesen. Der General war wenige Stunden vor dem Putsch zusammen mit anderen Mitgliedern der Militärführung vom Präsidenten abgesetzt worden. Diese Entscheidung des Staatschefs war für die Putschisten offenbar der Auslöser für den Staatsstreich. Die Absetzung der Militärführung sei «ungültig», erklärten sie.
Die gestürzte Regierung von Präsident Abdallahi sei im vergangenen Jahr aus einer demokratischen Mehrparteien-Wahl hervorgegangen, ließ UN-Generalsekretär Ban am Mittwoch durch seine Sprecherin in New York erklären. Diese Rechtslage müsse respektiert werden. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, äußerte in einer in Kairo verbreiteten Erklärung die Hoffnung, «dass die Entwicklungen zu keinem Rückschritt im demokratischen Prozess führen, wie er von der internationalen Gemeinschaft begrüßt worden war».