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Prozess gegen ANC-Chef Zuma vertagt

06. Aug 2008 10:50
ANC-Chef Jacob Zuma
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Erst im September soll die Entscheidung fallen, ob das Korruptionsverfahren gegen ANC-Chef Jacob Zuma erneut aufgerollt wird. Zuma gilt in Südafrika als aussichtsreichster Kandidat für das Amt des Staatschef.

Die Entscheidung über die Wiederaufnahme des Verfahrens um Bestechungsvorwürfe gegen den südafrikanischen Präsidentschaftskandidaten Jacob Zuma ist bereits zwei Tage nach Beginn des Prozesses vertagt worden. Das Oberlandesgericht der Stadt Pietermaritzburg will nun am 12. September entscheiden, ob das Verfahren wieder aufgenommen wird, wie der zuständige Richter Chris Nicholson am Dienstag mitteilte.

Bei einer Fortsetzung des Prozesses, das wegen Verfahrensfehlern zunächst niedergeschlagen worden war, muss sich Zuma voraussichtlich am 8. Dezember vor Gericht verantworten. Der Vorsitzende des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) steht im Verdacht, im Rahmen eines Waffengeschäftes Geld von zwei Tochtergesellschaften des französischen Rüstungskonzern Thales International angenommen zu haben. Der 66- Jährige bestreitet das.

Die Vorwürfe der Bestechlichkeit reichen Jahre zurück. Damals hatte Südafrika seine Streitkräfte mit einem milliardenschweren Rüstungsauftrag modernisiert. Zuma betonte vor hunderten Anhängern am Dienstag erneut, er sehe sich als Opfer politischer Intrigen. Vor dem Gerichtsgebäude kritisierte er auch die Rolle der Medien, die ihn nicht nur vorverurteilen, sondern ihm auch Verzögerungstaktik vorhielten. Dabei schöpfe er nur seine Rechte aus und nutze alle sich bietenden juristischen Möglichkeiten, sagte Zuma.

Zuma-Anhänger fordern vorgezogene Wahlen

Bevor er sein noch aus den Anti-Apartheid-Tagen stammendes Kampflied «Umshini Wami» («Hol mir mein MG») anstimmte, rief er seinen Anhängern zu: «Ihr seid die Leute, die die Demokratie schützen. Ich weiß, dass ihr euer Land schützen werdet, ganz egal, was passieren wird.»

Der Chef der ANC-Nachwuchsorganisation ANCYL, Julius Malema, beschuldigte Präsident Thabo Mbeki, gegen Zuma zu intrigieren. Wörtlich sagte Malema: «Wir brauchen vorgezogene Neuwahlen, damit Zuma Präsident des Landes werden kann.» Seine Organisation werde sich vor Zuma stellen, warnte er, während Zuma-Anhänger Porträts von Mbeki verbrannten.

Mbeki hatte Zuma wegen des Verdachts auf Korruption und Betrug im Sommer 2005 als Vizepräsidenten entlassen. Im Mai 2006 war Zuma bereits in einem Vergewaltigungsprozess freigesprochen worden. Jedes Mal verließ er den Gerichtssaal unter dem Jubel seiner zahlreichen Anhänger, die ihm über alle Anklagen hinweg die Treue hielten. (dpa/AP)

 
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