05.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Online-Ermittler müssten sich laut EU besser austauschen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Über eine Milliarde Dollar an Waren und Dienstleistungen werden in digitalen Communitys ausgegeben. Da dort fast alles anonym läuft, könnten die Gewinne auch von Terroristen leicht ins reale Leben übertragen werden.
Der EU-Koordinator für die Terrorismusbekämpfung warnt vor den Gefahren einer Geldwäsche in virtuellen Welten. Neue Zahlungsmethoden und alternative Überweisungssysteme seien anfällig für die Finanzierung terroristischer Aktivitäten, stellt EU-Koordinator Gilles de Kerchove in seinem jüngsten Vermerk zur Strategie gegen die Terrorismusfinanzierung fest.
«Außerdem wurden 2006 schätzungsweise über eine Milliarde US-Dollar für Waren und Dienstleistungen in digitalen beziehungsweise virtuellen Gemeinschaften (z.B. secondlife.com) ausgegeben», stellt de Kerchove in dem 19-seitigen Papier fest. «Da diese Gemeinschaften eine noch größere Anonymität bieten können und Gewinne in die reale Welt zurückübertragen werden können, zum Beispiel durch elektronische Geldtransfers, könnten sich aus dem Missbrauch dieser Webseiten Gefahren der Terrorismusfinanzierung ergeben.»
Der Anti-Terrorbeauftragte dringt in dem Dokument, das die EU-Innenminister bereits vor knapp zwei Wochen gebilligt haben, auf einen besseren Datenaustausch der Fahnder auf nationaler und europäischer Ebene sowie mit Drittstaaten. «Rechtliche Hindernisse sollten beseitigt werden, ohne die Grundsätze des Datenschutzes zu gefährden», empfiehlt de Kerchove. (dpa)