Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Politik  »  Ausland
DruckenVersenden
 

US-Wahlkampf : 

Obama auf Energie-Schlingerkurs

04. Aug 2008 22:19
Ja, nein, vielleicht - Obama ändert seine Positionen
Bild vergrößern
Die Energiepolitik ist zum wichtigsten Thema im US-Wahlkampf geworden. Das hat vor allem beim demokratischen Kandidaten Obama zum Umdenken geführt. Innerhalb kurzer Zeit hat Obama seine Meinung mehrfach geändert. Mit Video

Wegen des starken Anstiegs des Benzinpreises hat der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama gefordert, die für den Notfall gedachten strategischen Ölreserven anzuzapfen.

Mit dem Verkauf von 70 Millionen Barrel, also etwa zehn Prozent der gesamten Reserven, könne die Regierung kurzfristig eine Senkung des Benzinpreises erwirken, sagte Obama am Montag im Rahmen einer Rede zu seiner Energiepolitik in Lansing im US-Staat Michigan. Bislang hatte sich Obama gegen die Nutzung der Reserven ausgesprochen.

Damit revidierte der Senator aus Illinois im Laufe des Wahlkampfs erneut eine seiner Positionen. Zuvor hatte er seine Haltung beim Zeitplan für den Rückzug der US-Soldaten aus dem Irak aufgeweicht und Kompromissbereitschaft bei der Errichtung neuer Ölbohrplattformen vor der amerikanischen Küste gezeigt.

Grund für den Kurswechsel


Eine Sprecherin seines Wahlkampfteams begründete den Kurswechsel damit, dass so viele Amerikaner unter den hohen Spritpreisen litten. Obama forderte in seiner Rede eine radikale Abkehr von der bisherigen Energiepolitik. «Unsere Sucht nach Öl zu durchbrechen ist eine der größten Herausforderungen, der unsere Generation je gegenüberstehen wird.» Dazu müsse sich das ganze Wirtschaftssystem wandeln, forderte Obama. Die strauchelnde US-Konjunktur und die gestiegenen Benzin- und Energiepreise sind inzwischen die beherrschenden Themen des Wahlkampfs.

Obama warf seinem republikanischen Rivalen John McCain vor, lediglich die Politik von US-Präsident George W. Bush fortführen zu wollen. McCain sei «teil des Versagens» der Energiepolitik der vergangenen Jahre. Auch warf er McCain vor, wie Bush immer noch die Lösung aller Probleme beim Öl zu suchen. Er habe allein im letzten Monat eine Million Dollar Spenden von großen Ölkonzernen bekommen. Obama warb gleichzeitig für seinen auf zehn Jahre angelegten und 150 Milliarden Dollar schweren Energieplan zur Förderung neuer Techniken und alternativer Energie- und Mobilitätsformen.

Schlagabtausch mit neuem Obama-Werbespot

Nach harten Angriffen der Republikaner zahlt das Wahlkampfteam Obamas jetzt mit einem neuen Fernseh-Werbespot mit gleicher Münze zurück: In dem am Montag vorgestellten Spot wird McCain als Handlanger der Ölindustrie porträtiert. Die USA könnten sich nicht schon wieder einen von den Ölkonzernen dominierten Präsidenten leisten. Der aus Texas stammende Bush arbeitete früher in der US-Ölindustrie.

Zu Beginn ist in dem Werbespot ein Mann zu sehen, der sein Auto volltankt. «Jedes Mal, wenn Sie Ihren Tank füllen, füllen sich die Kassen der Ölkonzerne», sagt ein Sprecher. Während McCain die Steuern für jene Unternehmen senken wolle, werde Obama sie erhöhen, heißt es weiter. Obama schlägt eine Steuer auf die Gewinne der Ölkonzerne vor und will damit wegen des stark gestiegenen Benzinpreises eine Nothilfe von 1000 Dollar pro US-Familie finanzieren.

In der vergangenen Woche hatte McCains Wahlkampfteam Obama in Werbespots als unerfahrenen Promi-Politiker dargestellt und mit Britney Spears und Paris Hilton verglichen. Der aktuelle McCain-Spot vergleicht Obama mit Moses. (AP, nz)

Obamas aktuelle Wahlwerbung

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Iraker Mädchen unter Verdacht: 
Teenagerin bringt Sprengstoffgürtel zur Polizei
Einigung mit Wenn und Aber: 
US-Truppenabzug aus Irak bis 2011 vereinbart
 
Reaktion auf die Finanzkrise: 
EU will Rettungs-Regeln für Pleite-Banken
Vorbild US-Milliardenpaket: 
Niederlande schlagen Europa-Rettungsfonds vor
 
Bundeswehreinsatz im Inland: 
Widerstand gegen Bundes-Marschbefehl
 
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.