US-Wahlkampf :
Obama auf Energie-Schlingerkurs
04.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Damit revidierte der Senator aus Illinois im Laufe des Wahlkampfs erneut eine seiner Positionen. Zuvor hatte er seine Haltung beim Zeitplan für den Rückzug der US-Soldaten aus dem Irak aufgeweicht und Kompromissbereitschaft bei der Errichtung neuer Ölbohrplattformen vor der amerikanischen Küste gezeigt.
Eine Sprecherin seines Wahlkampfteams begründete den Kurswechsel damit, dass so viele Amerikaner unter den hohen Spritpreisen litten. Obama forderte in seiner Rede eine radikale Abkehr von der bisherigen Energiepolitik. «Unsere Sucht nach Öl zu durchbrechen ist eine der größten Herausforderungen, der unsere Generation je gegenüberstehen wird.» Dazu müsse sich das ganze Wirtschaftssystem wandeln, forderte Obama. Die strauchelnde US-Konjunktur und die gestiegenen Benzin- und Energiepreise sind inzwischen die beherrschenden Themen des Wahlkampfs.
Obama warf seinem republikanischen Rivalen John McCain vor, lediglich die Politik von US-Präsident George W. Bush fortführen zu wollen. McCain sei «teil des Versagens» der Energiepolitik der vergangenen Jahre. Auch warf er McCain vor, wie Bush immer noch die Lösung aller Probleme beim Öl zu suchen. Er habe allein im letzten Monat eine Million Dollar Spenden von großen Ölkonzernen bekommen. Obama warb gleichzeitig für seinen auf zehn Jahre angelegten und 150 Milliarden Dollar schweren Energieplan zur Förderung neuer Techniken und alternativer Energie- und Mobilitätsformen.
Zu Beginn ist in dem Werbespot ein Mann zu sehen, der sein Auto volltankt. «Jedes Mal, wenn Sie Ihren Tank füllen, füllen sich die Kassen der Ölkonzerne», sagt ein Sprecher. Während McCain die Steuern für jene Unternehmen senken wolle, werde Obama sie erhöhen, heißt es weiter. Obama schlägt eine Steuer auf die Gewinne der Ölkonzerne vor und will damit wegen des stark gestiegenen Benzinpreises eine Nothilfe von 1000 Dollar pro US-Familie finanzieren.
In der vergangenen Woche hatte McCains Wahlkampfteam Obama in Werbespots als unerfahrenen Promi-Politiker dargestellt und mit Britney Spears und Paris Hilton verglichen. Der aktuelle McCain-Spot vergleicht Obama mit Moses. (AP, nz)

