Aus Kreisen der Palästinenser verlautete dagegen, Präsident Mahmud Abbas habe seine Meinung selbst geändert, nachdem die erste Gruppe festgenommen worden sei. Zunächst hatte er alle der fast 200 geflohenen Fatah-Mitglieder zur Rückkehr nach Gaza aufgefordert, da diese dort gebraucht würden. Die Männer waren am Wochenende nach den heftigsten innerpalästinensischen Kämpfen im Gazastreifen seit der Machtübernahme der radikalislamischen Hamas nach Israel geflohen. Bei den Auseinandersetzungen wurden mindestens elf Menschen getötet und Dutzende zum Teil schwer verletzt. Die Hamas erklärte am Montag, alle außer fünf der Festgenommenen seien wieder frei.
Die Flucht der Fatah-Anhänger zeigt, dass der Streit zwischen den palästinensischen Organisationen inzwischen so erbittert geworden ist, dass sie einander mehr fürchten als ihren Erzfeind Israel. Auslöser der jüngsten Kämpfe war eine mysteriöse Explosion am Strand von Gaza vor eineinhalb Wochen, bei der fünf Hamas-Mitglieder und ein sechsjähriges Mädchen getötet wurden. Die Hamas machte die Fatah verantwortlich und ließ in dem von ihr kontrollierten Gazastreifen mehr als 200 Fatah-Anhänger festnehmen. (AP)