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Asyl beim Erzfeind: 

Fatah-Kämpfer fliehen nach Israel

04. Aug 2008 20:33
Kämpfer der Fatah
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Die Auseinandersetzung zwischen den palästinensischen Gruppen Fatah und Hamas ist dermaßen eskaliert, dass Fatah-Kämpfer ihr Heil in der Flucht suchen. Israel wollte die Flüchtlinge zunächst abschieben.

Rund 150 nach Israel geflüchteten Fatah-Kämpfern aus dem Gazastreifen ist am Montag die Übersiedlung ins Westjordanland erlaubt worden. Ursprünglich war geplant gewesen, die vor der verfeindeten Hamas geflüchteten Männer wieder in den Gazastreifen abzuschieben. Dort drohe ihnen aber Lebensgefahr, befand das israelische Verteidigungsministerium am Montag.

Eine erste Gruppe von 32 geflohenen Fatah-Kämpfern war am Sonntag in den Gazastreifen zurückgeschickt worden, wo die Männer umgehend von der verfeindeten Hamas festgenommen wurden. Die Gruppe bestieg am Montag in der südisraelischen Stadt Berscheba Busse mit Ziel Jericho im Westjordanland. Sie wurden von israelischen Militärpolizisten begleitet.

Die Entscheidung, die zum Clan der Hilles-Familie gehörenden Männer ins Westjordanland ausreisen zu lassen, traf Verteidigungsminister Ehud Barak nach Angaben seines Büros persönlich. Zuvor habe er mit palästinensischen Vertretern gesprochen, um sie dazu zu bewegen, die Männer ins Westjordanland einreisen zu lassen. Israel habe ihre Abschiebung in den Gazastreifen dann gestoppt.

Unterschiedliche Angaben


Aus Kreisen der Palästinenser verlautete dagegen, Präsident Mahmud Abbas habe seine Meinung selbst geändert, nachdem die erste Gruppe festgenommen worden sei. Zunächst hatte er alle der fast 200 geflohenen Fatah-Mitglieder zur Rückkehr nach Gaza aufgefordert, da diese dort gebraucht würden.

Die Männer waren am Wochenende nach den heftigsten innerpalästinensischen Kämpfen im Gazastreifen seit der Machtübernahme der radikalislamischen Hamas nach Israel geflohen. Bei den Auseinandersetzungen wurden mindestens elf Menschen getötet und Dutzende zum Teil schwer verletzt. Die Hamas erklärte am Montag, alle außer fünf der Festgenommenen seien wieder frei.

Die Flucht der Fatah-Anhänger zeigt, dass der Streit zwischen den palästinensischen Organisationen inzwischen so erbittert geworden ist, dass sie einander mehr fürchten als ihren Erzfeind Israel. Auslöser der jüngsten Kämpfe war eine mysteriöse Explosion am Strand von Gaza vor eineinhalb Wochen, bei der fünf Hamas-Mitglieder und ein sechsjähriges Mädchen getötet wurden. Die Hamas machte die Fatah verantwortlich und ließ in dem von ihr kontrollierten Gazastreifen mehr als 200 Fatah-Anhänger festnehmen. (AP)

 
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