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Neue Angriffe im US-Wahlkampf: 

«Moses» Obama attackiert «McÖl»

04. Aug 2008 17:25
Obama in Berlin
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Obama schlägt zurück. Nachdem das Wahlkampfteam des Republikaners McCain ihn mit Stars wie Hilton uns Spears gleichgesetzt hatte, wird McCain als Gehilfe der Ölindustrie dargestellt. Bizarrerweise vergleicht McCain Obama inzwischen mit Moses. Mit Video

Nach harten Angriffen der Republikaner in der vergangenen Woche zahlt das Wahlkampfteam des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama mit gleicher Münze zurück: In einem am Montag vorgestellten Fernseh-Werbespot wird der republikanische Kandidat John McCain als Handlanger der Ölindustrie portraitiert. Die USA könnten sich nicht schon wieder einen von den Ölkonzernen dominierten Präsidenten leisten. Darüber hinaus wirbt Obama in dem Spot für eine höhere Besteuerung der Ölkonzerne.

Zu Beginn ist in dem Werbespot ein Mann zu sehen, der sein Auto volltankt. «Jedes Mal, wenn Sie Ihren Tank füllen, füllen sich die Kassen der Ölkonzerne», sagt ein Sprecher. Während McCain die Steuern für jene Unternehmen senken wolle, werde Obama sie erhöhen, heißt es weiter. Obama schlägt eine Steuer auf die Gewinne der Ölkonzerne vor und will damit wegen des stark gestiegenen Benzinpreises eine Nothilfe von 1000 Dollar pro US-Familie finanzieren.

Die strauchelnde US-Konjunktur und die gestiegenen Benzin- und Energiepreise sind inzwischen die dominanten Themen des Wahlkampfs. Obama wirft McCain vor, lediglich die Wirtschaftspolitik von US-Präsident George W. Bush fortführen zu wollen. Der aus Texas stammende Bush arbeitete früher in der US-Ölindustrie. Die Republikaner wiesen die Anschuldigungen von Obamas neuem Spot zurück und bezeichneten ihn als heuchlerisch. McCain stehe für den Ausbau der Förderung der heimischen Ölindustrie, während Obama sich dem widersetze, obwohl es die Preise nach unten bringen könnte.

Obama will strategische Ölreserven anzapfen

Obama wollte sich bei einem Wahlkampfauftritt am Montag in Lansing im US-Staat Michigan dafür aussprechen, auch die strategischen US-Ölreserven einzusetzen, um eine Senkung des Ölpreises zu erreichen. Dazu solle einfacher zu Benzin zu verarbeitendes Leichtöl auf den Markt gebracht und durch Schweröl ersetzt werden, das sich besser als strategische Reserve eigne.

Obama wollte in dieser Woche für seinen auf zehn Jahre angelegten und 150 Milliarden Dollar schweren Energieplan zur Förderung neuer Techniken und alternativer Energie- und Mobilitätsformen werben. In der vergangenen Woche hatte McCains Wahlkampfteam Obama in Werbespots als unerfahrenen Promi-Politiker dargestellt und mit Britney Spears und Paris Hilton verglichen.

Obama erklärte daraufhin am Wochenende, McCains Team könne gut einen negativen Wahlkampf führen, «im Regieren sind sie nicht so gut». In einem Video sagt Obama, dass er dachte einen ernsthaften Wahlkampf zu führen und anstatt eines Programms die Namen Paris Hilton und Britney Spears hören würde. «Ich muss meinen Gegner fragen: Ist das das beste, was Ihnen einfällt? Dreht sich diese Wahl wirklich darum? Ist es das, was die Amerikaner verdienen?» Obwohl die Zuhörer in dem Video auf diese rhetorische Frage klar mit «Nein» antworten, sieht die allgemeine Wählergunst anders aus. Umfragen zufolge konnte McCain zuletzt Obamas Führung einholen und mit ihm gleichziehen.

Unterdessen hat die bizzarre Negativ-Kampagne von McCain einen weiteren bizarren Höhepunkt erreicht. Im neuen Werbespot im Hollywood-Stil wird Obama nicht mehr mit Paris Hilton, sondern mit Moses verglichen. «Er ist vielleicht der Eine, aber kann er auch führen?», so die schwache Aussage des Werbespots. (AP, nz)

 
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