Obama wollte sich bei einem Wahlkampfauftritt am Montag in Lansing im US-Staat Michigan dafür aussprechen, auch die strategischen US-Ölreserven einzusetzen, um eine Senkung des Ölpreises zu erreichen. Dazu solle einfacher zu Benzin zu verarbeitendes Leichtöl auf den Markt gebracht und durch Schweröl ersetzt werden, das sich besser als strategische Reserve eigne. Obama wollte in dieser Woche für seinen auf zehn Jahre angelegten und 150 Milliarden Dollar schweren Energieplan zur Förderung neuer Techniken und alternativer Energie- und Mobilitätsformen werben. In der vergangenen Woche hatte McCains Wahlkampfteam Obama in Werbespots als unerfahrenen Promi-Politiker dargestellt und mit Britney Spears und Paris Hilton verglichen.
Obama erklärte daraufhin am Wochenende, McCains Team könne gut einen negativen Wahlkampf führen, «im Regieren sind sie nicht so gut». In einem Video sagt Obama, dass er dachte einen ernsthaften Wahlkampf zu führen und anstatt eines Programms die Namen Paris Hilton und Britney Spears hören würde. «Ich muss meinen Gegner fragen: Ist das das beste, was Ihnen einfällt? Dreht sich diese Wahl wirklich darum? Ist es das, was die Amerikaner verdienen?» Obwohl die Zuhörer in dem Video auf diese rhetorische Frage klar mit «Nein» antworten, sieht die allgemeine Wählergunst anders aus. Umfragen zufolge konnte McCain zuletzt Obamas Führung einholen und mit ihm gleichziehen.
Unterdessen hat die bizzarre Negativ-Kampagne von McCain einen weiteren bizarren Höhepunkt erreicht. Im neuen Werbespot im Hollywood-Stil wird Obama nicht mehr mit Paris Hilton, sondern mit Moses verglichen. «Er ist vielleicht der Eine, aber kann er auch führen?», so die schwache Aussage des Werbespots. (AP, nz)