Recht auf Nukleartechnik:
Ahmadinedschad stellt sich im Atomstreit stur
Die Europäische Union vermute, dass dies am Montag geschehe, sagten EU-Diplomaten am Samstag in Brüssel. Außenminister Frank- Walter Steinmeier (SPD) forderte Teheran zu einem raschen Ende der «Tändeleien» auf. Teheran solle nicht länger auf Zeit spielen, sondern schnell eine «verwertbare Antwort» geben, sagte Steinmeier im Magazin «Der Spiegel». Andernfalls drohe eine weitere Verschärfung der Sanktionen. «Niemand wünscht sich, dass dieser Weg weitergeht; aber der Schlüssel dafür liegt in Teheran.»
Am 19. Juli hatte EU-Chefdiplomat Javier Solana gemeinsam mit Vertretern der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates und Deutschlands in Genf den iranischen Chefunterhändler Said Dschalili zu einer Antwort auf das Verhandlungsangebot der internationalen Gemeinschaft aufgefordert. «Wir haben noch keine eindeutige Antwort erhalten», sagte Solana unmittelbar nach den Gesprächen. «Wir erwarten jetzt eine klare Antwort und wir möchten sie in etwa zwei Wochen haben.»
Ahmadinedschad hatte vier Tage nach dem Genfer Treffen erklärt, sein Land halte an seiner Position fest. «Ich erkläre hiermit, dass es niemanden gibt, der auf seine nuklearen Rechte verzichtet», sagte er in der Stadt Jasudsch im Westiran. Die «Weltmächte» müssten das akzeptieren.
Primor: Sanktionen durchsetzen
Der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor, verlangte von der internationalen Gemeinschaft, die angekündigten Sanktionen gegen Teheran durchzusetzen. Notfalls dürfe man auch nicht vor dem Einsatz militärischer Mittel zurückschrecken, weil der Iran sich nach wie vor weigere, im Atomstreit nachzugeben, sagte Primor am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Langfristig müsse man sich jedoch mit einer Atommacht Iran abfinden. Man müsse ihn mit Alliierten des Westens umzingeln und die Bevölkerung zu einem Regierungswechsel ermutigen. (dpa)

