Die Bundesregierung wies die Kritik aus Israel zurück. Petrochemische Anlagen fielen nicht unter die Sanktionen der Vereinten Nationen, die wegen des iranischen Atomprogramms verhängt worden waren, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums am Donnerstag in Berlin. Die Exportgenehmigung für den Anlagenbauer Steiner sei rechtlich einwandfrei und habe nicht verhindert werden können.Der Ministeriumssprecher sagte, bereits Ende Februar habe das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) dem Unternehmen bescheinigt, dass die Anlagen geliefert werden dürfen. Bei der intensiven Einzelfallprüfung sei kein Verdacht einer möglichen militärischen Verwendung der Güter festgestellt worden. «Somit bestand keine rechtliche Möglichkeit, die Ausfuhr zu versagen.»
Der Anlagenbauer Steiner aus Siegen (Nordrhein-Westfalen) soll im Südiran drei Werke zur Verflüssigung von Erdgas bauen. Der Auftrag soll ein Volumen von rund 100 Millionen Euro haben. Der Iran besitzt riesige Gasvorkommen. In speziellen Anlagen wird Erdgas verflüssigt (LNG/Liquefied Natural Gas) und kann dann per Schiff transportiert werden. Der französische Total-Konzern hatte Anfang Juli ein Milliardengeschäft mit dem Iran zur Erschließung der Gasvorkommen wegen der politisch angespannten Lage platzen lassen. (dpa/AP)