McCains Team nutzt die Berliner Bilder für eine Negativ-Kampagne
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Er mag ein Star sein, aber führen kann er nicht. Mit dieser Botschaft versucht Präsidentschaftskandidat McCain, Obamas Popularität gegen ihn zu wenden. Die Methoden des republikanischen Wahlkampteams wirken dabei recht verzweifelt.
Der republikanische Präsidentschaftskandidat McCain reagiert mit einer aggressiven Kampagne auf die Popularität seines demokratischen Konkurrenten Obama. Im neusten Werbe-Spot wird Obama mit Stars wie Paris Hilton und Britney Spears in Zusammenhang gebracht. Die Botschaft: «Er ist der größte Star der Welt. Aber, kann er auch führen?»
Natürlich nicht, so die Macher des Videos. Schließlich wolle Obama trotz steigender Energiepreise die Ölförderung vor den Küsten unterbinden. «Höhere Steuern und ausländisches Öl, das ist der wahre Obama.» Hintergrund für die Botschaft sind jubelnde Berliner und Obama vor der Siegessäule. Interessantes Detail: Auf der Obama-Website wird zwar die gesamte Berliner Rede gezeigt, aber kein einziger jubelnder Berliner. Diese Bilder sind anscheinend bislang den Republikanern vorbehalten, schließlich könnte die Popularität in Europa im US-Wahlkampf eher schaden als nutzen.
Anti-Obama-Video
Kurz zuvor hatte McCains Team bereits ein Spott-Video veröffentlicht, in dem Berliner Obama-Fans in schlechtem Englisch ihre für amerikanische Ohren abstrusen Ansichten kundtun. Auch in diesem Video wurde Obama mit einem «Star» in Zusammenhang gebracht: David Hasselhoff, der in den USA stellvertretend für den schlechten Geschmack der Deutschen steht.
Deutschen-Bashing
Auch die Tatsache, dass Obama einen Besuch bei verwundeten amerikanischen Soldaten in einem deutschen US-Stützpunkt ausfallen ließ, hat McCains Negativ-Kampagne befeuert. Die Interpretation der Republikaner: Er konnte keine Journalisten mit ins Krankenhaus nehmen, deswegen habe der Besuch ihn nicht mehr interessiert. Obamas Team hat diese Darstellung wie zu erwarten dementiert.Geleitet wird die Kampagne von ehemaligen Mitglieder von Bushs Wiederwahl-Team, darunter auch Steve Schmidt. Dieser war dafür verantwortlich, dass Senator Kerry als elitäre und zweifelhafte Persönlichkeit dargestellt wurde, schreibt die «New York Times».
Parallel zu den negativen Fernsehspots hat das Nationale Republikanische Komitee eine Website gestartet, dass mit Anlehnung auf Obamas Buch «The Audacity of Hope» (Der Mut der Hoffnung) «Audacity Watch» heißt. Neben den eigenen Videos werden hier genüsslich alle Details ausgeschlachtet, die den Charakter Obamas und seiner Anhänger, «die extreme Linke» in Frage stellen könnten.
Gut gemeint, schlechte Wirkung
Ein gefundenes Fressen für die Republikaner ist auch das Obama-Unterstützungs-Video des Rappers Ludacris, von dem sich der Gefeierte bereits distanziert hat. In dem Video heißt es unter anderem Präsident Bush sei geistig behindert und Hillary Clinton eine Schlampe. Die Republikaner schimpfen: «Jetzt zeigen die Obama-Unterstützer ihr wahres Gesicht. Bis jetzt war die Botschaft Hoffnung und Liebe …. Nun ist die Stimmung in Hass und Wut umgeschlagen.»
Wie verzweifelt die Republikaner die Stimmung gegen Obama verändern wollen, zeigen die Videos über enttäuschte Clinton-Anhänger. Einer versteigt sich zu der Bemerkung er würde lieber Bush noch einmal wählen, als Obama ins Weiße Haus zu verhelfen. «Er macht mir Angst. Ich glaube er würde unser Land verbrennen.»
Ein enttäuschter Clinton-Fan
Obama selbst sagte Reportern zu McCains Negativ-Kampagne: «Mir fällt auf, dass er über sich selbst nichts positives zu sagen hat.»
Obamas Chef-Stratege David Axelrod, glaubt nicht daran, dass das Schlechtmachen des demokratischen Kandidaten auch in diesem Wahlkampf funktionieren wird. «Wenn Menschen darum kämpfen ihre Rechnungen zu bezahlen, haben sie kein Verständnis für Britney Spears and Paris Hilton» sagte er der «New York Times».
Die Antwort der Demoakraten
Die Antwort aus dem Obama-Lager fällt deshalb moderat aus: «John McCain, die gleiche alte Politik, die gleiche alte Taktik.» Das gemeinste, was sich die Demokraten erlauben kommt aus dem Nationalen Demokratischen Komitee. Sie haben den Republikaner in «McNasty» also «McFies» umgetauft.