Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Politik  »  Ausland
DruckenVersenden
 

Einsatz in Afghanistan: 

Deutsche Soldaten als Zielscheibe

30. Jul 2008 14:34
Bundeswehr-Soldat in Afghanistan
Bild vergrößern
Die deutschen Truppen in Afghanistan haben einen ereignisreichen Tag hinter sich. Eine Patrouille wurde beschossen, auf einen anderen Konvoi wurde ein Sprengstoffanschlag verübt.


Zweimal innerhalb weniger Stunden haben sich deutsche Truppen in Nordafghanistan aus Hinterhalten befreit. Ein britischer Nato-Soldat im Süden wurde dagegen bei einem Angriff Aufständischer auf einen Konvoi der Allianz getötet, wie das Bündnis am Mittwoch meldete.

Der stellvertretende Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses, Karl A. Lamers (CDU), sprach sich für den von der Nato angefragten Einsatz sogenannter AWACS-Überwachungsflugzeuge aus, in denen auch deutsche Offiziere Dienst tun.

Eine Patrouille des Wiederaufbauteams PRT (provincial reconstruction team) in Kundus, die aus vier Fahrzeugen bestand, wurde laut «Spiegel-online» etwa drei Kilometer vom Lager mit Handfeuerwaffen beschossen. Als die Bundeswehr das Feuer erwiderte, zogen sich die Angreifer zurück. Verstärkung aus dem Lager rückte an, dazu afghanische Polizei. Verletzte gab es nicht. Fünf bewaffnete Verdächtige wurden zwar gesichtet, konnten aber entkommen.

Splitterschäden am Fahrzeug


Eine andere PRT-Patrouille wurde den Angaben zufolge am selben Abend sieben Kilometer nordöstlich des Lagers Kundus Ziel eines Sprengstoffanschlags. An einem Fahrzeug entstanden Splitterschäden. Eine weitere Sprengfalle wurde rechtzeitig entdeckt und später von Spezialisten zerstört. Das Verteidigungsministerium bestätigte den Bericht. Die Angriffe am Dienstagabend waren die ersten seit Wochen in Kundus.

Der Angriff auf den Nato-Konvoi erfolgte nach Angaben britischer Behörden in der südlichen Unruheprovinz Helmand ebenfalls am Dienstag. Der britische Soldat wurde dabei so schwer verletzt, dass er seinen Wunden wenige Stunden später erlag. Im Süden Afghanistans sind zumeist Angehörige der US-Streitkräfte oder des britischen Militärs im Einsatz.

Mehr internationale Soldaten als im Irak getötet


Angriffe Aufständischer haben im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent zugenommen. In den vergangenen zwei Monaten kamen mehr internationale Soldaten in Afghanistan als im Irak ums Leben. Lamers sah bei einem möglichen Einsatz der fliegenden Radarstationen AWACS (Airborne Warning and Controlling System) keine Gefahr, dass Deutschland in einen größeren Konflikt verwickelt werden könnte.
Im Südwestrundfunk sagte er zu entsprechenden Bedenken von SPD und der Opposition, es gehe um bessere Luftraumüberwachung, die von den bereits von Deutschland eingesetzten Aufklärungs-Tornados RECCE (Reconnaissance = Aufklärung) nicht geleistet werden könne.

Dem widersprach der Grünen-Verteidigungsexperte Winfried Nachtwei. AWACS-Maschinen könnten auch als eine Art fliegender Gefechtsstand Kampfflugzeuge führen, die dann vermeintliche Taliban-Stellungen angreifen könnten. Das wäre ein Heranführen der Bundeswehr an den US-geführten Anti-Terrorkampf OEF (Operation Enduring Freedom). Der sei aber «ausdrücklich kontraproduktiv», wie Nachtwei der «Berliner Zeitung» sagte. (AP)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Der mächtigste Vize-Präsident aller Zeiten: 
US-Vizepräsident Cheney bereut nichts
Bereitschaftsdienst: 
Parlament kämpft gegen Dauerarbeit
 
Kritik an EU-Klimabeschluss: 
Merkels «Kniefall vor der Industrie»
 
150 Lkws in Peschawar angezündet: 
Taliban zerstören Nato-Truppennachschub
BND-Untersuchungsausschuss: 
Brisante Daten, laxe Kontrolle
 
Israelisch-palästinensischer Krieg: 
EU und Nahost-Quartett verlangen Feuerpause
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Josef Depenbrock & Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.