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Auslieferung verzögert: 

Karadzic stellt sich quer

29. Jul 2008 16:49
Karadzic soll nach Den Haag ausgeliefert werden
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Verwirrung in Belgrad: Der Anwalt des früheren bosnischen Serbenführers fordert eine Entscheidung über eine Beschwerde. Allerdings war ein solcher Antrag bei dem zuständigen Gericht nie eingetroffen.

Die Auslieferung des früheren bosnischen Serbenführers Radovan Karadzic an das UN-Kriegsverbrechertribunal hat sich am Dienstag weiter verzögert. Die juristischen Voraussetzungen für eine Überstellung seien nicht erfüllt, sagte Karadzic' Anwalt Goran Petronijevic in Belgrad. Das zuständige Gericht habe nicht über eine Beschwerde gegen die Auslieferung entschieden, so der Anwalt.

Die Frist für den Einspruch gegen die Überstellung war bereits am vergangenen Freitag abgelaufen. «Es gibt nichts Neues. Der Einspruch ist immer noch nicht hier», sagte eine Sprecherin des zuständigen Belgrader Gerichts.

Der Anwalt des mutmaßlichen Kriegsverbrechers, Svetozar Vujacic, gab den Einspruch nach eigenen Angaben am Freitagabend per Einschreiben zum spätestmöglichen Zeitpunkt bei der Post ab. Die Post teilte mit, sie habe das Schreiben nicht.

Zeitpunkt der Auslieferung offen

Deswegen blieb unklar, wann Karadzic an das UN-Tribunal in Den Haag überstellt werden könnte. Der 63-Jährige war am 21. Juli nach 12 Jahren Flucht verhaftet worden. Er ist wegen Völkermordes und Kriegsverbrechen im Bosnien-Krieg 1992-1995 angeklagt.

Serbische Ultranationalisten bereiteten unterdessen für Dienstagabend in Belgrad eine Massenkundgebung gegen die geplante Auslieferung Karadzics vor. Die Organisatoren der Massenproteste erwarten mehrere zehntausend Teilnehmer. Bei der Kundgebung soll auch der Bruder des 63-Jährigen, Luka Karadzic, auftreten.

Die Polizei unternahm umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt, um Gewaltausbrüche zu verhindern. Die wichtigsten Straßen in der Innenstadt waren für den Verkehr gesperrt. An den Vortagen waren bei Protesten von Karadzic-Anhängern mehrere Journalisten verletzt und deren Ausrüstung beschädigt worden. (dpa/AP)

 
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