Blutige Anschläge im Irak:
Zahlreiche Pilger mit Bomben getötet
Die USA machten das Terrornetzwerk Al Qaeda für die Anschläge in Bagdad verantwortlich. Die Sprengsätze detonierten im überwiegend schiitischen Bezirk Karradah, mehrere Kilometer von der Pilgerstätte in Kasimija entfernt. Es waren die blutigsten Attentate in Bagdad seit dem 17. Juni, als bei einem Bombenschlag 63 Menschen getötet wurden. Erst am Sonntag waren südlich von Bagdad sieben schiitische Pilger erschossen worden. Die Behörden rechneten zum Höhepunkt der Wallfahrt am Dienstag mit mehreren zehntausend Pilgern und haben die Sicherheitsmaßnahmen in der Stadt drastisch verschärft.
In der ölreichen Region Kirkuk leben Kurden, Turkmenen, Araber und Angehörige anderer Volksgruppen. Nach dem Anschlag feuerten Kurden Schüsse auf die Büros einer turkmenischen Partei, die sich dem Anspruch der Kurden auf Kirkuk widersetzt. Dabei wurde nach ersten Erkenntnissen der Polizei niemand verletzt. Die Büros wurden unter Polizeischutz gestellt.
Die US-Streitkräfte im Irak räumten unterdessen die Tötung von drei unbescholtenen Irakern ein. Die Getöteten seien rechtschaffene Bürger gewesen, hieß es in einem Untersuchungsbericht des US-Militärs. Nach dem Zwischenfall Ende Juni auf einer Zubringerstraße des Flughafens Bagdad hatten die Streitkräfte erklärt, es habe sich um Aufständische gehandelt, die einen Militärkonvoi beschossen hätten. Eine Kette von Missverständnissen habe zu dem tragischen Ergebnis geführt. «Weder die Soldaten noch die Zivilisten waren schuld.»
Der Wagen der drei irakischen Bankangestellten näherte sich der Untersuchung zufolge mit großer Geschwindigkeit dem Militärkonvoi und reagierte nicht auf Warnschüsse. Die Soldaten fühlten sich deshalb bedroht und eröffneten das Feuer, wie es weiter hieß. (AP)

