Innenminister gibt zu:
Serbischer Geheimdienst schützte Karadzic
23.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Polizei habe mit der Verhaftung durch den Geheimdienst nichts zu tun, sagte Innenminister Dacic weiter. Er hatte als Chef der erst seit gut zwei Wochen in Belgrad mitregierenden Sozialisten (SPS) eine Festnahme von Karadzic abgelehnt und lediglich einer eventuellen freiwilligen Aufgabe des meist gesuchten Serben zugestimmt. Vertreter der pro-europäischen Parteien kritisierten deshalb, dass sich der SPS-Chef nicht deutlich hinter die Verhaftung gestellt habe.
Der einst mächtigste Mann in Bosnien-Herzegowina ist nach Angaben des früheren französischen Geheimdienstgenerals Philippe Rondot einer Festnahme mehrmals haarscharf entgangen. «Uns fehlte das grüne Licht des früheren Premierministers Vojislav Kostunica, und wir durften Karadzics Telefone nicht abhören, das waren unsere größten Probleme», sagte Rondot der Internet-Ausgabe der Zeitung «Le Figaro». Rondot arbeitete damals mit einem kleinen Team zusammen, das die frühere Chefanklägerin des UN-Tribunals, Carla Del Ponte, aufgestellt hatte. (dpa)

