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Innenminister gibt zu: 

Serbischer Geheimdienst schützte Karadzic

23. Jul 2008 17:40
War er die letzten Jahre vom Wohlwollen des Geheimdienstes abhängig?
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Das UN-Tribunal hatte jahrelang nach ihm gesucht und die serbischen Behörden immer wieder um Unterstützung gebeten. Doch Karadzic hatte in Serbien Unterstützer bis ganz nach oben.

Der am Montag verhaftete mutmaßliche Kriegsverbrecher Radovan Karadzic ist jahrelang vom serbischen Geheimdienst gedeckt worden. «Der Geheimdienst hat ihn geschützt, der Geheimdienst hat ihn jetzt übergeben», sagte Innenminister Ivica Dacic der Zeitung «Press» in Belgrad.

Der frühere Führer der bosnischen Serben im Bürgerkrieg (1992-1995) könnte nach Angaben der Behörden schon am Wochenende an das UN-Tribunal in Den Haag ausgeliefert werden. Dort will er sich ohne Anwalt selbst verteidigen.

Die Polizei habe mit der Verhaftung durch den Geheimdienst nichts zu tun, sagte Innenminister Dacic weiter. Er hatte als Chef der erst seit gut zwei Wochen in Belgrad mitregierenden Sozialisten (SPS) eine Festnahme von Karadzic abgelehnt und lediglich einer eventuellen freiwilligen Aufgabe des meist gesuchten Serben zugestimmt. Vertreter der pro-europäischen Parteien kritisierten deshalb, dass sich der SPS-Chef nicht deutlich hinter die Verhaftung gestellt habe.

Vorwürfe vom französischen Geheimdienst

Karadzic ist vom Tribunal wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Er war zwölf Jahre untergetaucht und hatte zuletzt als Alternativmediziner in einer Privatpraxis in Belgrad gearbeitet. Sein Aussehen war so verändert, dass er regelmäßig als Experte im ganzen Land auf Fachtagungen auftreten konnte.

Der einst mächtigste Mann in Bosnien-Herzegowina ist nach Angaben des früheren französischen Geheimdienstgenerals Philippe Rondot einer Festnahme mehrmals haarscharf entgangen. «Uns fehlte das grüne Licht des früheren Premierministers Vojislav Kostunica, und wir durften Karadzics Telefone nicht abhören, das waren unsere größten Probleme», sagte Rondot der Internet-Ausgabe der Zeitung «Le Figaro». Rondot arbeitete damals mit einem kleinen Team zusammen, das die frühere Chefanklägerin des UN-Tribunals, Carla Del Ponte, aufgestellt hatte. (dpa)

 
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