Besuch des Palastinänserpräsidenten:
Historischer Empfang für Abbas in Israel
22. Jul 2008 16:56
 |  Abbas und Peres: Historischer Empfang | Foto: AP |
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Der israelische Staatschef Peres hat Abbas zum ersten Mal in seinen Amtssitz empfangen. Beide Politiker riefen zur Freilassung des israelischen Soldaten Schalit auf.
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist am Dienstag in Jerusalem mit dem israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres zusammengetroffen. Es war das erste Mal, dass ein palästinensischer Präsident den Amtssitz des Präsidenten in Jerusalem besuchte.
Die israelische Zeitung «Jediot Achronot» beschrieb die Zusammenkunft als «historisches Treffen» und wertete sie als Anzeichen für herzlichere Beziehungen zwischen Israel und der Autonomiebehörde von Abbas. Peres sagte: «Die Israelis haben einen brennenden Wunsch, Frieden mit den Palästinensern zu erzielen.»
Freilassung von Gilad Schalit gefordert
Abbas und Peres riefen in einer gemeinsamen Stellungnahme zur Freilassung des vor zwei Jahren in den Gazastreifen entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit auf. Schalit war von militanten Palästinensern unter dem Kommando der radikalislamischen Hamas verschleppt worden. Abbas gehört zur Fatah, die selbst mit der Hamas um die Macht ringt. Abbas versicherte, die Palästinenserbehörde sei gegen solche Entführungen. Er sprach sich für die Freilassung palästinensischer Häftlinge im Gegenzug für Schalit aus, um die Affäre zu beenden. Peres sagte, die Geiselhaft Schalits sei «die deprimierendste Sache für die israelische Öffentlichkeit».
Abbas verlangt Ende der Razzien Israels im Westjordanland
Abbas hatte vor dem Treffen mit Peres mit dem Abzug seiner Sicherheitskräfte aus den Städten des Westjordanlands gedroht, falls Israel seine Razzien dort nicht einstelle. Diese Militäraktionen schwächten seine Position und seien eine Missachtung der palästinensischen Polizei, sagte Abbas vor Abgeordneten seiner Fatah. Am Donnerstag ist eine Treffen zwischen Abbas und dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert geplant. Auch dort wolle er die Fragen der Razzien zur Sprache bringen, so der Palästinenserpräsident.
Kontrolle über die Städte im Westjordanland
Abbas ist seit langem darum bemüht, die Kontrolle über die Städte im Westjordanland zu übernehmen, und hat dort das Aufgebot seiner Sicherheitskräfte verstärkt. Israel hat seine Razzien auf mutmaßliche palästinensische Extremisten jedoch nicht eingestellt. (dpa/AP)