Bergsteiger fliegen nach München: 

netzeitung.deGlückliche Heimkehr ins Basislager

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Die deutschen Bergsteiger auf dem Weg zum Flughafen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die deutschen Bergsteiger auf dem Weg zum Flughafen
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Schon sehr bald sollen die ehemaligen Geiseln der PKK wieder deutschen Boden erreichen. Während die Kanzlerin zum Thema Lösegeld eine vielsagende Aussage macht, verlangt ein Grünen-Politiker neue Antworten auf die Kurdenfrage.

Die in der Osttürkei freigelassenen deutschen Geiseln werden voraussichtlich am Montag Abend nach Deutschland zurückkehren. Sie machten sich am Morgen von der Osttürkei auf den Weg nach Ankara, wo sie in eine Lufthansa-Maschine nach München umsteigen sollten. Das Flugzeug wird voraussichtlich um 17.35 Uhr in der bayerischen Landeshauptstadt landen. Die kurdische Nachrichtenagentur Dogan meldete am Montagmorgen, die drei Deutschen würden von der Stadt Agri zum Flughafen von Erzurum gebracht. Von dort sollten sie nach Ankara fliegen.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte im Deutschlandfunk, nach seinen Informationen gehe es den Bergsteigern gut. Sie seien nicht verletzt und auch nicht krank. Herrmann sagte, dass es Gespräche mit Vertretern der PKK gegeben habe. Zu Einzelheiten wollte er sich nicht äußern. Die Bergsteiger im Alter von 33, 47 und 65 Jahren waren am 8. Juli bei einer Expedition auf den Berg Ararat von Rebellen der Kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Region verschleppt worden. Am Sonntag wurden sie freigelassen.
Klare Frage, klare Antwort
Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich erleichtert über die Freilassung. «Der Krisenstab hat hervorragend gearbeitet und ich möchte mich bei allen denen bedanken, die dazu beigetragen haben – bei den deutschen Behörden, aber auch bei den türkischen», sagte sie in der ARD. «Wir werden die Freigelassenen hoffentlich bald sehen und wieder in Deutschland haben.» Auf die Frage, ob ein Lösegeld oder ein politischer Preis an die PKK gezahlt wurde, sagte Merkel: «Sie wissen, dass wir alles tun, um die Geiseln freizubekommen. Das ist in diesem Fall gelungen, und mehr gibt es aus meiner Sicht jetzt dazu nicht zu sagen.»

Die türkische Zeitung «Sabah» berichtete am Montag, die drei Bayern hätten während ihrer Geiselhaft zusammen mit ihren Entführern ständig das Versteck wechseln müssen. Die PKK-Kämpfer hätten ihre Geiseln aus Angst, von den Sicherheitskräften entdeckt zu werden, gezwungen, mit ihnen immer wieder durch das Gebirge zu marschieren. Freigelassen worden seien sie am Sonntag schließlich auf einer Höhe von 2200 Metern, inmitten von Felsen.

Özdemir fordert «Kurskorrektur der Kurdenfrage» von Türkei
Der Kandidat für den Grünen-Parteivorsitz, Cem Özdemir, hat die Türkei zu einer «Kurskorrektur in der Kurdenfrage» aufgefordert und sich für mehr Rechte der Kurden ausgesprochen. Die Entführung durch Aktivisten der kurdischen Arbeiterpartei PKK habe gezeigt, dass die Organisation gespalten sei in eine kriegsmüde Fraktion, die Frieden suche, und eine bewaffnete Fraktion, die den Kampf fortsetzen wolle. Die Türkei müsse die Kurden endlich anerkennen, forderte der türkischstämmige Politiker am Montag im Deutschlandradio Kultur.

Der Grünen-Außenpolitiker warf der türkischen Regierung vor, es versäumt zu haben, nach der Inhaftierung von PKK-Führer Abdullah Öcalan mit einer politischen Offensive das Kurdenproblem ein für alle Mal zu lösen.«Der Weg der Türkei in die Europäische Union führt auch über eine demokratische Lösung des kurdischen Problems», sagte der grüne Europa-Abgeordnete. Kurdisch müsse neben der Amtssprache Türkisch an staatlichen Schulen unterrichtet werden. Es müsse auch Lehrstühle für Kurdologie an türkischen Universitäten geben. Özdemir sprach sich zudem für eine Generalamnestie für PKK-Unterstützer aus, die wegen «Lappalien» im Gefängnis säßen, sich aber in die Gesellschaft integrieren wollten.
Die «feindliche Politik» beenden
Die PKK hatte nach der Entführung der Deutschen gefordert, Berlin müsse seine «feindliche Politik» gegenüber der PKK und dem kurdischen Volk beenden. Die Bundesregierung hatte erklärt, sie lasse sich nicht erpressen. Die PKK, die auch Militärlager im Nordirak unterhält, kämpft für einen eigenen Staat der Kurden oder zumindest ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei. (dpa/AP)