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Weltweite Proteste gegen die Farc: 

«Tauscht Gewehre gegen Rosen»

21. Jul 2008 08:01
In Bogotá demonstrierten fast eine Million Menschen
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Die Kolumbianer sind massenhaft gegen die Entführungen in ihrem Land aufgestanden. In Paris richtete die ehemalige Geisel Ingrid Betancourt einen poetischen Appel an die Farc-Rebellen.

Über eine Million Kolumbianer haben am Sonntag bei Demonstrationen zum Unabhängigkeitstag die Freilassung der rund 700 in der Gewalt der Farc-Rebellen verbliebenen Geiseln gefordert. «Freiheit! Freiheit!» riefen die Menschen bei Kundgebungen im ganzen Land. «Keine Entführungen mehr», verlangten Demonstranten in der Hauptstadt Bogotá. Allein dort versammelten sich nach Behördenangaben über 900.000 Menschen.

Die Plaza Bolivar im Zentrum Bogotás war gefüllt mit weiß gekleideten Demonstranten, die Fähnchen in der Friedensfarbe weiß und rot-blau-gelbe Nationalflaggen schwenkten. In der Dschungelstadt Leticia sang Popstar Shakira bei einer Militärparade die Nationalhymne. «Heute ist ein historischer Tag. Wir vereinen unsere Stimmen zu einem einzigen Ruf: Freiheit», erklärte die kolumbianische Popdiva später vor tausenden jubelnder Menschen bei einem Konzert. Im ganzen Land traten 120.000 Musiker auf, um für die Befreiung der Farc-Geiseln zu spielen.

Bereitschaft zum Friedensschluss

Der Parade wohnten Präsident Alvaro Uribe sowie dessen Kollegen aus Brasilien und Peru bei, Luiz Inácio Lula da Silva und Alan Garcia. In einer Rede vor dem Kongress erklärte Uribe später, seine Regierung werde sich weiterhin um die Freilassung der verbliebenen Geiseln bemühen. Zugleich drückte er seine Bereitschaft zu einem Friedensschluss mit den linksgerichteten Guerillakämpfern aus, nannte aber keine Einzelheiten.

Auch in rund 40 Städten im Ausland fanden ähnliche Veranstaltungen statt, darunter in Paris, London, Miami und New York. In Paris eröffnete die kürzlich befreite Geisel Ingrid Betancourt in der Nähe des Eiffelturms ein «Konzert für die Freiheit», bei dem Popstar Juanes vor Tausenden auftrat, wie Shakira ist er ebenfalls Kolumbianer. Betancourt rief den Anführer der Farc-Rebellen, Alfonso Cano, zu Frieden auf. «Verstehe, dass jetzt Zeit ist, das Blutvergießen zu beenden, dass die Zeit gekommen ist, Gewehre mit Rosen zu tauschen», erklärte Betancourt, die sich mehr als sechs Jahre in der Gewalt der Farc befand.

Letzte Option: Die Waffen niederlegen

Der kolumbianische Vizepräsident Fracisco Santos mischte sich in Bogotá unter die Demonstranten. Die Farc müsse erkennen, dass ihr Kampf vorbei ist, sagte Santos. «Ihre einzige Option ist es, sich an den Verhandlungstisch zu setzen - das heißt, die Waffen niederzulegen.» Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) kämpfen seit 44 Jahren gegen die Regierung. Durch die jüngste Geiselbefreiung, mehrere Militärschläge und den Tod des früheren Kommandanten gilt die Organisation als stark geschwächt. (AP)

 
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