Hintergrund:
Derzeit im Ausland entführte Deutsche
20. Jul 2008 14:23
Nach der Freilassung der drei entführten deutschen Bergsteiger in der Türkei muss sich der Krisenstab im Auswärtigen Amt derzeit – soweit bekannt – noch um vier Entführungsfälle mit insgesamt sechs gekidnappten Deutschen kümmern.
10. Juli 2008, Nigeria:
Ein Militärsprecher des afrikanischen Staates berichtet von der Entführung zweier Ausländer im Niger-Delta nahe Port Harcourt. Außenminister Frank-Walter Steinmeier bestätigt einen Tag später, dass es sich um Deutsche handelt. Nach Angaben des Baukonzerns Bilfinger Berger sind sie Ingenieure beim Tochterunternehmen Julius Berger Nigeria.
Ende Juni 2008, Somalia:
Piraten kapern das Segelboot eines Paares aus Süddeutschland und verschleppen die beiden Urlauber in das Bergland der halbautonomen Region Puntland. Die Piraten fordern zwei Millionen Dollar Lösegeld. Das Paar war unterwegs von Ägypten nach Thailand.
16. Dezember 2007, Afghanistan:
Entführer zerren in der Provinz Herat den dort lebenden und damals 42-jährigen Tischler Harald Kleber aus einem Auto, in dem er mit seiner afghanischen Ehefrau und seinem Schwager unterwegs ist, und nehmen ihn als Geisel. Mal wird die Freilassung von potenziellen Taliban aus afghanischen Gefängnissen verlangt, mal Lösegeld. Möglich scheint auch ein Racheakt des Clans seiner Frau. Berichte über seinen Tod wurden bisher nicht bestätigt.
7. Februar 2007, Irak:
Die 61-jährige Hannelore Krause, die mit einem irakischen Mediziner verheiratet ist, und ihr damals 20 Jahre alter Sohn Sinan werden aus ihrer Wohnung in Bagdad verschleppt. Vier Wochen später fordert eine Islamistengruppe den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan und droht mit der Ermordung der Geiseln. Es wird aber für möglich gehalten, dass es den Entführern vor allem um Lösegeld geht. Am 10. Juli wird die Mutter freigelassen. Ob der früher beim irakischen Außenministerium beschäftigte Sohn noch lebt, ist unklar. (dpa)