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Entführung in der Türkei: 

Deutsche PKK-Geiseln sind wieder frei

20. Jul 2008 12:23, ergänzt 13:59
Der Berg Ararat
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Drei deutsche Bergsteiger waren vor zwölf Tagen am Berg Ararat in der Türkei von PKK-Kämpfern entführt worden. Nun gibt es sehr gute Neuigkeiten.

Die in der Osttürkei entführten drei Bergsteiger aus Bayern sind wieder frei und befinden sich in sicherer Obhut der deutschen und türkischen Behörden. Dies sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Sonntag in Berlin. «Wir freuen uns mit den Freigelassenen und ihren Angehörigen», sagte der SPD-Politiker.

Der Minister dankte der türkischen Regierung, den dortigen Sicherheitsbehörden, der deutschen Botschaft in Ankara sowie den Mitarbeitern des Krisenstabs im Auswärtigen Amt für ihre Anstrengungen. Fragen zum Hergang der Freilassung beantwortete der Minister nicht. Die Deutschen waren vor eineinhalb Wochen von PKK-Rebellen am Berg Ararat verschleppt worden.

Wann und unter welchen Umständen die Männer aus Bayern im Alter von 33, 47 und 65 Jahren freikamen, teilte auch das türkische Außenministerium nicht mit. Der Gouverneur der Provinz Agri, Mehmet Cetin, sagte allerdings, die Entführer hätten ihre Geiseln auf einem Hügel zurückgelassen und seien geflüchtet.

Die Deutschen seien etwa eine halbe Stunde später von paramilitärischen Truppen abgeholt worden. Den Kidnappern seien Verfolger auf der Spur gewesen, und ihnen hätte die Gefahr gedroht, dass ihre Fluchtwege über die Grenze abgeschnitten würden, sagte Cetin in einer Telefonkonferenz. Türkische Soldaten hatten ihre Einsätze gegen PKK-Rebellen in der Region nach der Entführung verstärkt.

Deutsche sind in einer Grenzstadt nahe des Ararat

Die Deutschen würden nach einer baldigen medizinischen Untersuchung an die deutschen Behörden übergeben, sagte der Gouverneur weiter. Nach Angaben des privaten Fernsehsenders CNN-Türk befinden sich die Bergsteiger in der Grenzstadt Dogubayazit. Die Stadt liegt in der Nähe des Ararats, den die insgesamt 13-köpfige Bergsteigertruppe hatte besteigen wollen.

Die Männer waren am 8. Juli am Berg Ararat in der Osttürkei von der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) verschleppt worden. Sie waren zusammen mit zehn anderen auf dem Berg unterwegs. Die Bergsteiger hatten in 3200 Metern Höhe mit Genehmigung der Behörden ihr Camp aufgeschlagen, als sie von einer PKK-Gruppe überfallen wurden.

Entführung als Reaktion auf «kurdenfeindliche» Politik

In einer Erklärung der PKK-Führung hieß es nach der Entführung, die Tat sei eine Reaktion auf die kurdenfeindliche Politik der Bundesregierung. Die Rebellen kritisierten insbesondere das Verbot des PKK-nahen Senders Roj-TV durch das Bundesinnenministerium Mitte Juni und stellten als Bedingung für die Freilassung der Deutschen eine Einstellung der türkischen Militäraktionen am Ararat sowie eine Änderung der deutschen Kurdenpolitik.

Dies lehnte die Regierung jedoch ab. Die Bundesrepublik sei nicht erpressbar, hatte Steinmeier erklärt. Zuletzt hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan eine enge Zusammenarbeit zur Lösung der Geiselnahme vereinbart.

Die Schwester einer der Geiseln, Elfriede H., sagte als erste Reaktion auf die Nachricht von der Befreiung: «Sie sind ein Schatz. Das ist ja sowas von befreiend. Ich bin jetzt ganz glücklich. Wir sind ja wirklich ganz korrekte Leute.» (dpa/AP)

 
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