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Gefangenenaustausch in Nahost: 

Libanon feiert «befreite Helden»

16. Jul 2008 20:14, ergänzt 21:21
Samir Kantar (2. von links) wird von Geistlichen begrüßt
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Die Ankunft der freigelassenen Häftlinge in Beirut löste auch beim Präsidenten Suleiman großen Jubel aus. Israels Premier Olmert dagegen bedauerte diese Reaktion, schließlich sei ein «menschliches Tier» entlassen worden.

Als Helden sind die von Israel freigelassenen fünf libanesischen Häftlinge am Mittwoch in Beirut bejubelt worden, darunter der in Israel wegen Mordes verurteilte Samir Kantar. Militärhubschrauber brachten die Gruppe nach dem Gefangenenaustausch mit der israelischen Regierung von der Grenzstadt Nakura nach Beirut. Präsident Michel Suleiman begrüßte sie als «befreite Helden».

Der Führer der schiitischen Hisbollah, Scheich Hassan Nasrallah, nahm ebenfalls in Beirut an einer Kundgebung für die freigelassenen Häftlinge teil. Er begrüßte die fünf mit Handschlag und umarmte und küsste sie. Anschließend rief er vor mehreren zehntausend Menschen, die Zeit der Niederlagen sei vorbei, jetzt sei die Zeit der Siege gekommen.

In Nakura wurden die fünf zunächst von hunderten Menschen willkommen geheißen, zahlreiche Soldaten salutierten. Auf Plakaten war zu lesen: «Israel vergießt Tränen des Schmerzes» und «Der Libanon vergießt Freudentränen». Kantars Mutter brach in Beirut in Tränen aus, als sie im Fernsehen Bilder von der Freilassung ihres Sohnes sah. Die Hisbollah hatte am Morgen zunächst die Leichen zweier israelischer Soldaten übergeben. Nach der Bestätigung ihrer Identität ließ Israel Stunden später die fünf libanesischen Häftlinge frei.

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert bedauerte die Freudenfeiern im Nachbarland. «Wehe einer Nation, die die Freilassung eines «menschlichen Tieres» feiert, das den Kopf eines vier Jahre alten Mädchens zerschmettert hat», hieß es in einer Erklärung von Olmert vom Mittwoch.

Bundesregierung sieht einen Erfolg

Er bezog sich dabei auf die Freilassung von Kantar, der für den Tod von fünf Israelis, darunter zwei kleinen Mädchen im Alter von vier und zwei Jahren verantwortlich ist. Kantar hatte rund 30 Jahre Haft in Israel verbüßt und war am Mittoch freigelassen worden.

Die Bundesregierung nannte den Gefangenenaustausch einen Erfolg. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg wies am Mittwoch in Berlin darauf hin, dass UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die vermittelnde Rolle Deutschlands gewürdigt habe. Auch die EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner begrüßte den Gefangenenaustausch. Sie sprach in einer in Brüssel verbreiteten Erklärung von einem positiven Schritt beider Seiten. (dpa/AP)

 
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