16. Jul 2008 11:00, ergänzt 12:20
Es war ein Marathoneinsatz zwischen den Fronten: Der Geheime agierte 18 Monate lang im Hintergrund, er pendelte er unermüdlich zwischen dem UN- Sitz New York, Tel Aviv, Beirut und europäischen Städten. Sein Name war lange geheim geblieben.
Zähe Verhandlungen bis tief in die Nacht und frustrierende Rückschläge gehörten 18 Monate lang zum täglichen Geschäft des deutschen Vermittlers - eine ständige «Berg- und Talfahrt», wie es heißt. Die schier unüberbrückbaren Gegensätze zwischen den Positionen von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah und der israelischen Seite brachten die Gespräche mehrfach an den Punkt des Scheiterns. Dennoch gelang zum Schluss die Einigung, die in Berlin als «großer Erfolg» für die Vereinten Nationen, die Bundesregierung und eben auch für den «Facilitator» gewertet wird.Wenn man es zynisch sieht, dann verschaffte sich die Hisbollah auf den ersten Blick einen Punktgewinn. Sie hat endlich eines ihrer Ziele erreicht und den Terroristen Kuntar freigepresst, der für den Tod zweier israelischer Polizisten sowie eines Vaters und dessen zweier kleiner Töchter verantwortlich ist. Für die Angehörigen der beiden verschleppten israelischen Soldaten gibt es dagegen am Mittwoch fast genau zwei Jahre nach der Entführung vielleicht keinen Trost - aber doch endlich Gewissheit und ein Ende des langen Wartens. (Helmut Reuter, dpa)