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Warnung vor «Energie-Tsunami»: 

US-Politik-Oldies für Verkehr ohne Öl

16. Jul 2008 08:18
Man muss zwar nicht gleich alle Spritschleudern verbrennnen...
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Sprit und Strom werden immer teurer. Deshalb fordern in den USA einige «elder Statesmen» wie Henry Kissinger und Colin Powell gemeinsam dazu auf, «veraltete und verschanzte» Positionen zu überprüfen.

In einem offenen Brief haben 27 amerikanische Politikveteranen eine parteiübergreifende Initiative für eine neue Energiepolitik gefordert. Es gelte, sich einer «langfristigen Energiekrise « zu stellen, die Sicherheit und Wohlstand zukünftiger Generationen bedrohe, schrieben die «elder Statesmen» – darunter Henry Kissinger, Colin Powell sowie sechs weitere ehemalige Außen- und Verteidigungsminister sowohl aus dem republikanischen wie dem demokratischen Lager. «Wir müssen veraltete und verschanzte Positionen überprüfen», forderten die prominenten Politiker in dem Brief, der sich vor allem an die designiertem Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain sowie die ebenfalls im November neu zu wählenden Kongressmitglieder wendet. «Vor allem müssen wir unsere Parteistandpunkte überwinden und zu vereinten Anstrengungen kommen.»

Der Brief kommt zu einer Zeit, in der Amerikaner über rasant steigende Kraftstoff- und andere Energiepreise stöhnen. Die großen Parteien blockieren sich in unterschiedlichen Lösungsansätzen: Präsident George W. Bush und die Republikaner wollen die Energiepreise durch die Förderung von Öl und Gas in Küstengebieten eindämmen, in denen das bislang aus Umweltgründen verboten ist. Die Demokraten bevorzugen Steuern für Energiekonzerne. Zu Kompromissen ist bislang keine Seite bereit.

Das müsse sich ändern, fordern die Politikveteranen, darunter die Exaußenminister James Baker und George Shultz sowie die Exverteidigungsminister Frank Carlucci, William Cohen, William Perry und James Schlesinger. Ihr Brief ist eine Initiative des Instituts für Energie im 21. Jahrhundert, das mit der US-Handelskammer verbunden ist und eher den Republikanern nahe steht. Der Präsident des Instituts, Exgeneral James Jones, betont aber, dass der Aufruf parteiübergreifend sei. «Da kommt ein Energie-Tsunami auf uns zu, und wenn man den kommen sieht, geht man besser auf die Spitze der Welle – sonst wird man zerschmettert», sagte der ehemalige Kommandeur der Marineinfanterie.

Er habe darüber mit Obama und McCain gesprochen. «Beide Kandidaten sind noch mit ihren Gedanken zu diesem Thema in einem embryonalen Stadium», sagte Jones. In dem Brief werden 13 Empfehlungen ausgesprochen. So solle Energieeffizienz aggressiv gefördert und der Energieverbrauch gesenkt werden, sowohl die Atom- als auch erneuerbare Energie ausgebaut und Kohle umweltpolitisch akzeptabler gemacht werden. Im Verkehr müsse man vom Öl weg kommen. Aber nicht nur Politiker und ihre Parteien, auch die Bürger müssten ihr Verhalten ändern, betonte die Gruppe. Für jedermann sei es selbstvertändlich, Strom zu beziehen. Wenn es aber um den Bau neuer Kraftwerke gehe, gebe es Bürgerproteste. (Josef Hebert, AP)

 
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