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Verständigung mit der Hisbollah: 

Israels Kabinett billigt Gefangenaustausch

15. Jul 2008 18:13
Goldwasser (links) und Regev sollen zurückkehren
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Die Regierung in Jerusalem will fünf Kämpfer der Organisation freilassen, darunter ein Top-Terrorist. Im Gegenzug sollen zwei verschleppte Soldaten zurückkehren. An der Vermittlung war die deutsche Regierung beteiligt.

Mit einer deutlichen Mehrheit hat das israelische Kabinett am Dienstag einem Gefangenenaustausch mit der libanesischen Hisbollah-Miliz zugestimmt. Die Entscheidung zugunsten der für Mittwoch geplanten Übergabe fiel mit 22 zu 3 Stimmen.

Die Regierung in Jerusalem will im Gegenzug für zwei – vermutlich tote - israelische Soldaten fünf inhaftierte Hisbollah-Kämpfer freilassen. Ehud Goldwasser und Eldad Regev waren am 12.Juli 2006 verschleppt worden. Ihre Gefangennahme löste im Sommer 2006 der Auslöser des 34 Tage währenden Libanon-Kriegs.

Peres will Terrorist Kantar begnadigen

Unter den Hisbollah-Kämpfern, die freikommen sollen, ist der wegen Mordes an einem Israeli zu lebenslanger Haft verurteilte Samir Kantar. Israels Präsident Schimon Peres will am Dienstagabend seine Begnadigung unterzeichnen. Die deutsche Regierung war an der Vermittlung beteiligt.

Der Vater eines der Soldaten, Zvi Regev, sagte am Dienstag, er hoffe noch immer, dass sein Sohn am Leben sei. «Ich hoffe wirklich, dass dieser Albtraum morgen ein Ende hat», sagte er im Rundfunk. Ministerpräsident Ehud Olmert hatte im Juni mitgeteilt, die beiden Truppenangehörigen seien vermutlich tot.

Hisbollah-Kämpfer an Militärstützpunkt

Kritiker machen geltend, wenn Israel Häftlinge gegen die Leichen von Soldaten tausche, hätten Entführer künftig wenig Anreiz, Verschleppte am Leben zu lassen. Bauminister Seev Boim, der gegen den Austausch stimmte, sagte, damit könnte es für das Land schwerer werden, den von der palästinensischen Hamas verschleppten Soldaten Gilad Schalit freizubekommen. «Niemand sollte überrascht sein, wenn die Hamas jetzt den Preis für seine Freilassung erhöht», sagte Boim.

Die fünf Hisbollah-Kämpfer sollen nach Angaben aus Sicherheitskreisen am Mittwochmorgen zu einem Militärstützpunkt an der Grenze gebracht werden. Dort werden sie festgehalten, bis die Soldaten von der Hisbollah übergeben oder ihre Leichen identifiziert sind. Sollte vor Ort keine Identifizierung möglich sein, werde in Jerusalem ein DNA-Test vorgenommen. (AP)

 
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