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US-Gefangenenlager : 

Video von Guantanamo-Verhör veröffentlicht

15. Jul 2008 17:06
Omar Khadr beim Verhör auf Guantánamo 2003
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Die Bilder geben Einblicke in das Leben des damals 15-jährigen Häftlings in dem Lager auf Kuba. Das Video ist sieben Stunden lang und wurde über vier Tage hinweg aufgenommen. Der Jugendliche zeigte Wunden unterm orangenen Hemd.

In Kanada ist zum ersten Mal eine Videoaufzeichnung eines Verhörs im US-Gefangenenlager Guantanamo veröffentlicht worden. Zudem belegen Verhörprotokolle im Verfahren gegen den ehemaligen Fahrer Osama bin Ladens, dass diesem 50 Tage lang der Schlaf entzogen wurde.

Die Bilder gaben die Anwälte des Häftlings Omar Khadr heraus. Sie zeigen, wie ihr Mandant von einem kanadischen Geheimdienstbeamten verhört wird. Dem kanadischen Staatsbürger wird vorgeworfen, nach einem Gefecht in Afghanistan eine Granate auf US-Truppen geschleudert und dabei einen Soldaten getötet zu haben.

Im Alter von 15 Jahren festgenommen

2002 wurde er im Alter von 15 Jahren gefangen genommen. Das sieben Stunden lange Video wurde über vier Tage hinweg aufgenommen und ursprünglich als geheim eingestuft. Während des Verhörs berichtet Khadr, er sei im US-Luftwaffenstützpunkt Bagram in Afghanistan gefoltert worden. Er hob sein orangefarbenes Hemd, um Wunden zu zeigen, die nach seinen Worten auf die Folterung zurückgehen.

Die Angaben zum Schlafentzug machte der Verteidiger Salim Ahmed Hamdans, Korvettenkapitän Brian Mizer. Mizer forderte, dass im Prozess gegen Hamdan Anklagepunkte gestrichen werden, die auf Aussagen in Verhören der «Operation Sandman» beruhten.

Besuch von «Alfred Hitchcock»

Mizer sagte, Samdan sei in dem Gefangenenlager auf Kuba ab dem 11. Juni 2003 der Schlaf entzogen worden. Während der «Operation Sandman» habe er auch Besuch von «Alfred Hitchcock» erhalten, wobei aus den Protokollen nicht hervorgehe, was sich hinter diesem Codenamen verbirgt.

Der nun etwa 37-jährige Hamdan wurde im November an einer Straßensperre in Afghanistan verhaftet. In seinem Auto wurden zwei Boden-Luft-Raketen gefunden. Bei einer Verurteilung wegen Verschwörung zum und Unterstützung von Terrorismus droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

Schlafentzug: Folter oder nicht?

Schlafentzug wird oft als unmenschliche Behandlung von Gefangenen kritisiert. US-Staatsanwälte in Kriegsverbrecherverfahren gegen die Guantanamo-Häftlinge Mohammed Dschawad und Omar Khadr haben dagegen erklärt, Schlafentzug sei keine Folter. Dschawad und Khadr haben sich über Schlafentzug in den vergangenen Monaten beschwert. (AP)


 
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