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Weltjugendtag in Sidney: 

Meinungsfreiheit zählt mehr als der Papst

15. Jul 2008 12:27
Projektion: Benedikt auf der Hafenbrücke von Sidney
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Ein Gericht hat eine Lex Weltjugendtag für nichtig erklärt, mit der ein australischer Bundesstaat Störungen der kirchlichen Feier verhindern wollte. Aktivisten dürfen nun Kondome an die Pilger verteilen.

Ein australisches Bundesgericht hat am Tag der Eröffnung des katholischen Weltjugendtags ein Gesetz aufgehoben, mit dem die Regierung von New South Wales «Störungen» der Veranstaltung verhindern wollte.

Gegen das Verbot hatten Aktivisten geklagt, die am Samstag gegen die Haltung der katholischen Kirche zu Empfängnisverhütung, Abtreibung und Homosexualität demonstrieren wollen. Sie sprachen von einer Entscheidung für die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit. Das Gericht verwarf die Einschränkungen als unvereinbar mit der australischen Verfassung.

Kondome für die Pilger

Die Aktivisten wollen an Pilger Kondome und Kleiderhaken - Symbol für sogenannte Hinterhof-Abtreibungen - verteilen. Die Regierung von New South Wales hatte die Einschränkungen nur für den Juli und damit den Weltjugendtag eingeführt. Ähnlich werde verfahren, um Störungen bei großen Sportveranstaltungen vorzubeugen, erklärte sie.

Der Bischof von Sydney, Kardinal George Pell, erklärte, die Kirche habe nicht um Sonderregeln gebeten und habe kein Problem mit rechtmäßigen Protesten. Papst Benedikt, der bereits am Sonntag in Australien eingetroffen ist, hat sich für ein paar Tage in ein Anwesen von Opus Dei bei Sydney zurückgezogen. Dort will sich der 81-Jährige von dem 20-stündigen Flug nach Australien erholen.

Benedikt erholt sich von der Reise

Ab Donnerstag nimmt Benedikt an den Feierlichkeiten teil. Zur Eröffnung der sechstägigen Veranstaltung sandte der Papst ein Grußwort: «Junger Freund, Gott und sein Volk erwarten viel von dir, weil du in dir das Geschenk des höchsten Vaters trägst: Den Geist von Jesus - BXVI.» Bis Sonntag werden mehr als 250.000 Besucher erwartet, die Hälfte davon aus dem Ausland.

Höhepunkt des Besuches des Papster wird eine Messe unter freiem Himmel am Sonntag sein, zu der mehrere 100.000 Gläubige erwartet werden. Benedikt will sich während seines Aufenthalts nach eigenen Worten um eine Aussöhnung mit Menschen bemühen, die von katholischen Geistlichen sexuell missbraucht wurden. Die Reise nach Australien ist Benedikts bislang weiteste seit Beginn seines Pontifikats vor drei Jahren. (AP)

 
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