Länderstreit in Lateinamerika:
Uribe und Chávez sind «Brüder»
12.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Venezuela hat Kolumbien außerdem eingeladen, an der Erschließung von Ölfeldern in der Faja-Region des Orinoco-Beckens mitzuwirken. Chávez bekräftigte seine Bereitschaft zur Vermittlung in dem seit vier Jahrzehnten andauernden Konflikt mit der Guerillaorganisation Farc. Venezuela werde sich aber nur engagieren, wenn es dazu von Kolumbien eingeladen werde.
Eine erste Vermittlungsmission von Chávez scheiterte im November vergangenen Jahres, als Uribe diese abrupt für beendet erklärte. Die Beziehungen verschlechterten sich zusätzlich nach einem kolumbianischen Angriff auf einen Guerillastützpunkt in Ecuador im März dieses Jahres. Uribe sagte, er hoffe, dass die Beziehungen auch zu Ecuador wiederhergestellt werden könnten. Während Kolumbien als wichtigster Verbündeter der USA in Südamerika gilt, führen Venezuela und Ecuador eine Staatengruppe an, die von linksgerichteten Präsidenten regiert wird.
Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) machten unterdessen zwei Aufseher für die Befreiung von Ingrid Betancourt und 14 weiteren Geiseln verantwortlich. Die beiden Aufseher César und Enrique Gafas hätten mit ihrem «verachtenswerten Verhalten ihre revolutionäre Verpflichtung verraten», hieß es in einer Erklärung der Farc vom 5. Juli, die am Freitag von der Bolivarischen Presseagentur im Internet veröffentlicht wurde.
Die Farc-Rebellen César und Enrique, mit bürgerlichem Namen Gerardo Aguilar and Alexander Farfan, wurden bei der Befreiungsaktion am 2. Juli überwältigt und verhaftet. Die kolumbianischen Behörden bereiten eine Anklage wegen Geiselnahme und Terrorismus vor. Die USA haben ihre Auslieferung beantragt, weil zu der Geiselgruppe auch drei US-Bürger gehörten. Die Farc erklärte, dass sie weiter eine Vereinbarung anstrebe, um Geiseln gegen inhaftierte Mitglieder auszutauschen. Wenn aber die Regierung auf Befreiungsaktionen bestehe, «dann sollte sie alle Konsequenzen dieser rüchsichtslosen und abenteuerlichen Entscheidung tragen», drohte die Organisation, die noch rund 700 Gefangene in ihrer Gewalt hat. (AP)

