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Bei bedrohten Sicherheitsinteressen: 

Israel würde den Iran angreifen

10. Jul 2008 20:47
Manche dieser Raketen könnten Israel erreichen
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Die Führung in Teheran hat gerade wieder Raketen testen lassen. Manche von ihnen könnten bis nach Israel reichen. Dort rüstet der Verteidigungsminister verbal auf. Eins sagt er, müsse vor einem Angriff allerdings beachtet werden.

Nach neuen iranischen Raketentests am Persischen Golf hat Israel der Führung in Teheran mit einem Militärschlag gedroht. Israel habe keine Angst zu handeln, wenn seine Sicherheitsinteressen gefährdet seien, bekräftigte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak am Donnerstagabend in Tel Aviv. Barak erklärte allerdings, vor einem Angriff müsse der jüdische Staat auch mögliche Reaktionen anderer «Feinde» abwägen. Er nannte die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas, die libanesische Hisbollah-Miliz und Syrien. Alle drei gelten als Partner des Irans.

Der Iran hatte bei seinem Militärmanöver am Persischen Golf am Donnerstag erneut mehrere Boden-Boden-Raketen getestet. Bereits am Mittwoch hatte das Land neun Mittel- und Langstreckenraketen abgefeuert, darunter auch die modernste Version der Schahab-3-Rakete, die mit einer angeblichen Reichweite von bis zu 2000 Kilometern Israel treffen könnte. Israelische Experten gehen dennoch davon aus, dass die Reichweite der Raketen geringer als 1300 Kilometer ist. Damit wäre der jüdische Staat außerhalb der Gefahrzone.

Trotz der militärischen Zuspitzung im Nahen Osten sieht Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier weiter Möglichkeiten für eine friedliche Lösung des Konflikts um das iranische Atomprogramm. Es gebe «begleitende Signale» aus Teheran, um zu diplomatischen Vereinbarungen zu kommen, sagte er am Donnerstag bei einer Diskussion mit Studenten der Berliner Humboldt-Universität. Bei den Gesprächen, die der EU-Beauftragte Javier Solana im Auftrag der internationalen Gemeinschaft mit dem Iran führt, sei man derzeit in einer «sehr interessanten Phase».

Steinmeier: Konflikt könnte Region kippen

Nach Steinmeiers Überzeugung würde ein militärischer Großkonflikt die ganze Region «zum Umkippen» bringen. Derzeit sei schwer einschätzbar, was bei den Aktivitäten etwa seitens des Irans oder Israels nur «Drohgebärden oder eine reale Gefahr» sei. Die jüngsten Tests von iranischen Raketen waren weltweit verurteilt worden.

Die Bundesregierung hatte die iranische Führung gemahnt, angesichts der wachsenden Spannungen «jede Art eines Säbelrasselns» und weitere Provokationen zu unterlassen. Die USA forderten den Iran auf, den Bau und die Tests der Raketen unverzüglich aufzugeben. Die Entwicklung dieser Raketen, die auch atomar bestückt werden könnten, verstoße gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates, hatte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Gordon Johndroe, in Toyako am Rande des G8-Gipfels betont. (dpa)

 
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