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«Ich habe Angst»: 

Betancourt will nicht nach Kolumbien

07. Jul 2008 12:57
Betancourt glaubt, von Frankreich aus mehr bewirken zu können
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Sie ist in Frankreich in Sicherheit und will die verbliebenen Farc-Geiseln unterstützen. An einer großen Demonstration für deren Freilassung will Betancourt aber nicht teilnehmen – denn dafür müsste sie nach Kolumbien reisen.

Nach der Befreiungsaktion im kolumbianischen Dschungel hat Ingrid Betancourt signalisiert, dass sie Frankreich vorerst nicht verlassen möchte. «Ich denke, dass ich hier bleiben muss», sagte die Politikerin dem Radiosender Caracol. «Von hier aus kann ich viel mehr beitragen.» Sie wolle jetzt in Sicherheit bleiben, weil ihre Familie so viel gelitten habe.

Betancourt kündigte an, dass sie nicht an einer für den 20. Juli in Bogotá geplanten Demonstration zur Freilassung aller Geiseln teilnehmen wird. «Ich habe Angst», sagte die Politikerin. Sie wolle aber an einer gleichzeitigen Kundgebung in Paris mitwirken.

Betancourt rief die noch verbliebenen Geiseln auf, die Hoffnung auf Freiheit nicht aufzugeben. Sie werde sich für alle einsetzen, die noch in der Gewalt der Guerillaorganisation Farc seien.

Eine unterbrochene Schach-Partie

Ähnliche Appelle übertrug der Sender Caracol auch von vier kolumbianischen Polizisten, die zusammen mit Betancourt befreit wurden. «Wir haben nie gedacht, dass wir einmal frei sein würden», sagte John Jairo Duran. «In sehr naher Zukunft seid ihr an der Reihe.» Duran scherzte, dass der zusammen mit ihm befreite US-Bürger Marc Gonsalves noch eine Partie Schach schulde, weil ihr Spiel von der Befreiungsaktion unterbrochen worden sei.

Nach der spektakulären Aktion der kolumbianischen Streitkräfte ist die Zustimmung für Präsident Alvaro Uribe auf einen Spitzenwert gestiegen. in einer Umfrage der Zeitung «El Espectador» sprachen sich 91 Prozent der Befragten für Uribe aus. Ende Juni waren es 73 Prozent gewesen. Betancourt, die zum Zeitpunkt ihrer Entführung vor mehr als sechs Jahren Präsidentschaftskandidatin war, erreichte einen Wert von 79 Prozent. (AP)


 
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