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Angriffe in Simbabwe: 

Mugabe lässt Schläger auf weiße Farmer los

01. Jul 2008 16:11
Er schürt Hass gegen Weiße
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Der Diktator hat schon tausende Bauern wegen ihrer Hautfarbe enteignen lassen. 350 verharren auf ihren Höfen. Nach der gewonnenen Schwindelwahl nehmen die Übergriffe wieder zu.

Ben Freeth kann kaum noch sprechen. Das rechte Auge ist so geschwollen, dass er nur noch blinzeln kann. «Ich habe die ganze Zeit nur gebetet, dass wir heil davonkommen», murmelt er unter seinem Kopfverband. Der weiße Farmer ist das jüngste Opfer der Gewalt in Simbabwe. Am Sonntag, als Präsident Robert Mugabe nach einer international kritisierten Wahl den Amtseid auf sein sechstes Mandat ablegte, war Freeth seinen Schwiegereltern zu Hilfe geeilt.

Denen gehört die Obstfarm Mount Carmel. Eigentümer Mike Campbell (75) ist der erste weiße simbabwische Farmer, dem es 2007 gelungen war, die Besetzung seiner Farm sowie Einschüchterungen seitens der Regierung gerichtlich zu untersagen.

Er ist zudem einer von rund 350 weißen Farmern, die weiter ihr Land bewirtschaften, obwohl ihm wegen der Weigerung zur Räumung seiner Farm eine Anklage droht. Bisher war er entschlossen, dem Terror und den Einschüchterungen die Stirn zu bieten und zu kämpfen. Mit 76 anderen Farmern hat er sich an ein Gericht der regionalen Staatengemeinschaft SADC gewandt, der auch Simbabwe angehört, und gegen die Zwangsenteignung geklagt.

Gehirnerschütterung, gebrochenes Schlüsselbein

Das macht ihn nun zur Zielscheibe. Am Sonntag kam ein Trupp von 50 Schlägern auf die Farm bei dem Ort Chegutu. Während die Kinder der Campbells durch ein Loch im Zaun des Anwesens fliehen konnten, war es für Campbell, seine Frau Angela und den Schwiegersohn zu spät. Schüsse fielen - dann ging es in ein Folterlager der berüchtigten Mugabe-Jugendmiliz. Dort wurden die Opfer nach eigenen Angaben schwer misshandelt, beraubt, mit dem Tode bedroht und aufgefordert, eine Erklärung zu unterzeichnen, die Klage zurückzuziehen.

«Stunden später, gegen Mitternacht, wurden sie in einem Haus in Kadoma freigelassen. Mike hat eine schwere Gehirnerschütterung, ein gebrochenes Schlüsselbein und gebrochene Finger, Angela hat einen zweifach gebrochenen Arm, Ben ein übel zugerichtetes Gesicht«, sagt der Vorsitzende des Selbsthilfevereins Justice for Agriculture (JAG), John Worsley-Worswick. Nach seinen Erkenntnissen haben die Attacken zugenommen. Sie zielen auf Farmen im Südwesten der Provinz Mashonaland, die sich Campbells Klage angeschlossen haben.

Schlägertrupps verursachen Lebensmittelknappheit

Eine erste Anhörung der Farmer in Namibias Hauptstadt Windhuk war auf den 16. Juli vertagt worden, um dem Staat Zeit zum Reagieren zu geben. Ende März hatte das Gericht die Vertreibung der Farmer bis zu einem Urteil für verboten erklärt. Mugabe hat bisher 4500 weiße Farmer enteignen lassen, um die seiner Ansicht nach andauernden Ungerechtigkeiten aus der Kolonialzeit zu kompensieren.

Die gewaltsame Besitznahme der Farmen durch seine Schlägertrupps hat unter anderem zu einer großen Lebensmittelknappheit sowie zu einem Massenexodus der Bevölkerung geführt. Das 1992 gegründete SADC-Tribunal soll die Einhaltung jener Regeln überwachen, die sich seine 14 Mitgliedsstaaten gegeben haben. (Ralf E. Krüger, dpa)

 
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