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Krieg im Irak: 

US-Heer stellt Bush schlechtes Zeugnis aus

30. Jun 2008 11:35
US-Soldaten in Bagdad
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Saddam zu stürzen, hat nicht lange gedauert. Die Probleme in der Zeit danach haben US-Regierung und Kommandeure jedoch weit unterschätzt. Das Heer macht sich für den Misserfolg der Mission in einem Bericht selbst mitverantwortlich.

In der Euphorie nach dem Sieg 2003 haben die USA den Krieg im Irak zu früh für beendet gehalten. Die US-Regierung versäumte, genügend Soldaten für die anschließende Besetzung des Landes bereitzustellen. Präsident George W. Bush verstärkte diesen Eindruck am 1. Mai 2003 noch, indem er betonte, dass die Hauptkampfhandlungen vorüber seien. So jedenfalls sehen es die Autoren eines fast 700-seitigen Berichts des US-Heeres.

Diejenigen Strategen, die damals mehr Soldaten verlangt hätten, seien nicht gehört worden, sagten die Verfasser der Studie, Donald Wright und Oberst Timothy Reese aus Fort Leavenworth in Kansas. Zudem seien Kommandeure in Bagdad mit einer zu geringen Übergangszeit ausgetauscht worden. Wichtige Stellen seien personell unterbesetzt gewesen.

Im Vorwort schränkt General William Wallace, der Leiter des Ausbildungskommandos des US-Heeres, jedoch ein, die Schlussfolgerungen dieses Berichts seien keine Überraschung. Die Planung für die Zeit nach Saddam Hussein sei ungenügend gewesen, heißt es weiter, wobei selbstkritisch hinzugefügt wird, dass das Heer auf eine bessere Planung und Vorbereitung hätte dringen müssen.

Abzug bis September – 2003

Nach dem Sturz des Regimes seien die meisten Kommandeure davon ausgegangen, dass es nun um Stabilisierungs- und Unterstützungseinsätze gehen werde, ähnlich wie in Bosnien oder im Kosovo, heißt es in dem Bericht, für den hunderte Soldaten und Offiziere befragt wurden. Es sei ein relativ friedlicher Übergang erwartet worden, und man sei davon ausgegangen, dass die Iraker schnell selbst wieder die Verantwortung übernehmen.

General Tommy Franks habe am 16. April 2003 in Bagdad seine Untergebenen angewiesen, sie darauf vorzubereiten, die meisten Truppen bis September aus dem Irak abzuziehen. Nur wenige Kommandeure hätten das ganze Ausmaß der Aufgabe im Irak übersehen. In dem Krieg starben bislang mindestens 4113 US-Militärangehörige. Frieden herrscht bis heute nicht, der Alltag ist von Anschlägen, Militäraktionen und Schießereien beherrscht. (nz/AP)

 
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