29. Jun 2008 13:04
Während vielerorts fröhlich und bunt gefeiert wurde, hatten es Teilnehmer von Schwulenparaden in Bulgarien und Tschechien nicht so leicht. Sie wurden mit Tränengas und Feuerwerkskörpern attackiert.
Die in Sofia Festgenommenen hätten versucht, die Veranstaltung zu stören, teilte das Innenministerium mit. Ein großes Polizeiaufgebot an der «Brücke der Verliebten» am Kulturpalast trennte mehrere Dutzend Parade-Teilnehmer von ihren Gegnern aus nationalistischen Gruppen. Die Sicherheitskräfte verhinderten, dass sich die Kritiker dem Umzug durch die Innenstadt anschlossen. Aus Protest warfen Gegendemonstranten Knallkörper. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte zuvor vor Ausschreitungen in Sofia gewarnt. Zur Parade hatte die Schwulen- und Lesbenorganisation Gemini aufgerufen. Ihre Chefin, Aksinija Gentschewa, klagte kurz vor der Parade, sie habe Morddrohungen erhalten. Die christlich-orthodoxe Kirche sowie das Oberhaupt der bulgarischen Muslime hatten die Veranstaltung abgelehnt. Der Austragungsort wurde aus Gründen der Sicherheit und Moral gleich zweimal binnen 24 Stunden verlegt. Regierungschef Sergej Stanischew sagte, er sei tolerant gegenüber Menschen, die in religiöser, sozialer oder anderer Hinsicht anders seien, doch die «Demonstration dieser Ausrichtungen» gefalle ihm nicht.
In Paris zog die Parade «Gay Pride» Hunderttausende an. Die Veranstalter sprachen von 700 000 Teilnehmern, die Polizei gab ihre Zahl mit 500 000 an. Die Kundgebung stand unter dem Motto «Für eine Schule ohne jede Diskriminierung» und war dem Kampf gegen Rassismus, Sexismus und Fremdenfeindlichkeit bei Jugendlichen gewidmet. Zu den prominentesten Teilnehmern gehörten der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë und der frühere Kulturminister Jack Lang, die beide der Sozialistischen Partei angehören. Auch Abordnungen der konservativen Regierungspartei UMP und der Zentrumspartei MoDem waren vertreten. (dpa)