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Gewalttätige Homophobie: 

Rechtsextreme greifen Schwule in Osteuropa an

29. Jun 2008 13:04
Die Polizei ging in Brno gegen Rechtsextreme vor
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Während vielerorts fröhlich und bunt gefeiert wurde, hatten es Teilnehmer von Schwulenparaden in Bulgarien und Tschechien nicht so leicht. Sie wurden mit Tränengas und Feuerwerkskörpern attackiert.

Rechtsradikale haben am Samstag Teilnehmer der ersten größeren Homosexuellen-Paraden in Tschechien und Bulgarien attackiert. Dagegen zogen in Paris Hunderttausende friedlich und in Partystimmung durch die Straßen. In Tschechien berichtete die Nachrichtenagentur CTK von mindestens 20 Verletzten, nachdem die rund 500 Teilnehmer der «Regenbogenparade» in Brno (Brünn) mit Tränengas angegriffen worden seien.

Auch in der bulgarischen Hauptstadt Sofia versuchten Rechtsradikale und Nationalisten, die Schwulen-Parade zu stören. Die Polizei nahm 60 Skinheads und mehr als 20 Nationalisten fest, darunter den Chef der rechtsradikalen Nationalen Union, Bojan Rassate.

In Brno wurden schon vor Beginn der Parade drei Menschen festgenommen, als Extremisten Feuerwerkskörper auf die sich versammelnden Schwulen und Lesben warfen. Noch am Mittwoch hatten die Behörden der zweitgrößten tschechischen Stadt Anträge von rechten Gruppierungen wie der Nationalen Partei und der Nationalen Wiederauferstehung zu Gegenveranstaltungen abgelehnt. Zu den Unterstützern der Parade gehörten die tschechische Ministerin für Menschenrechte und Minderheiten, Dzamila Stehlikova, und die Tennislegende Martina Navratilova. Schon seit 2006 können Homosexuelle in Tschechien ihre Beziehung amtlich eintragen lassen.

In Berlin konnte friedlich gefeiert werden
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Die in Sofia Festgenommenen hätten versucht, die Veranstaltung zu stören, teilte das Innenministerium mit. Ein großes Polizeiaufgebot an der «Brücke der Verliebten» am Kulturpalast trennte mehrere Dutzend Parade-Teilnehmer von ihren Gegnern aus nationalistischen Gruppen. Die Sicherheitskräfte verhinderten, dass sich die Kritiker dem Umzug durch die Innenstadt anschlossen. Aus Protest warfen Gegendemonstranten Knallkörper.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte zuvor vor Ausschreitungen in Sofia gewarnt. Zur Parade hatte die Schwulen- und Lesbenorganisation Gemini aufgerufen. Ihre Chefin, Aksinija Gentschewa, klagte kurz vor der Parade, sie habe Morddrohungen erhalten. Die christlich-orthodoxe Kirche sowie das Oberhaupt der bulgarischen Muslime hatten die Veranstaltung abgelehnt. Der Austragungsort wurde aus Gründen der Sicherheit und Moral gleich zweimal binnen 24 Stunden verlegt. Regierungschef Sergej Stanischew sagte, er sei tolerant gegenüber Menschen, die in religiöser, sozialer oder anderer Hinsicht anders seien, doch die «Demonstration dieser Ausrichtungen» gefalle ihm nicht.

In Paris zog die Parade «Gay Pride» Hunderttausende an. Die Veranstalter sprachen von 700 000 Teilnehmern, die Polizei gab ihre Zahl mit 500 000 an. Die Kundgebung stand unter dem Motto «Für eine Schule ohne jede Diskriminierung» und war dem Kampf gegen Rassismus, Sexismus und Fremdenfeindlichkeit bei Jugendlichen gewidmet. Zu den prominentesten Teilnehmern gehörten der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë und der frühere Kulturminister Jack Lang, die beide der Sozialistischen Partei angehören. Auch Abordnungen der konservativen Regierungspartei UMP und der Zentrumspartei MoDem waren vertreten. (dpa)

 
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