29.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Demokratisch nicht legitimiert: Staatschef Mugabe
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Er meint, gewonnen zu haben - eine Wahl, die keine war. Währenddessen wächst die internationale Kritik an dem Diktator. Desmond Tutu forderte ein Eingreifen, um «die Menschen in dem Land zu befreien».
In Simbabwe sieht sich Präsident Robert Mugabe bei der international als undemokratisch kritisierten Stichwahl um das höchste Staatsamt als Sieger. Er steuere auf einen überwältigenden Wahlerfolg zu, sagte der 84-Jährige am Sonntag. Die Bekanntgabe seines Sieges und seine Vereidigung wurden noch im Laufe des Tages erwartet. Mugabe war der einzige Kandidat bei der Wahl am Freitag. Oppositionsführer Morgan Tsvangirai hatte sich nach massiver Gewalt gegen seine Anhänger aus dem Rennen zurückgezogen.
Zur Überwindung der Krise forderte Tsvangirai Verhandlungen über eine Übergangsregierung der nationalen Einheit. Zugleich bot er Mugabe den Posten eines «nominellen» Staatsoberhaupts an. In einer solchen Übergangsphase müssten eine neue Verfassung sowie Neuwahlen vorbereitet werden, sagte Tsvangirai der britischen Zeitung «Sunday Telegraph». Seine Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) sei bereit, bis zu Neuwahlen die politische Macht mit Mugabes Regierungspartei ZANU(PF) zu teilen.
Der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu sprach sich für die Entsendung einer UN-Friedenstruppe nach Simbabwe aus. In einem Interview mit der BBC forderte der Friedensnobelpreisträger die Afrikanische Union (AU) auf, Mugabe nicht länger als rechtmäßigen Präsidenten anzuerkennen. Kenias Regierungschef Raila Odinga rief die AU auf, Truppen nach Simbabwe schicken, «um die Menschen in dem Land zu befreien». «Mugabe ist eine Schande für Afrika», sagte er laut der Zeitung «The Sunday Nation». (dpa)