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Iranische Atomanlagen: 

Israelische Politiker drohen mit Militärschlag

28. Jun 2008 16:00
Mehr als 100 Kampfflugzeuge haben an einem Manöver teilgenommen
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In einem Großmanöver hat das israelische Militär einen Angriff auf iranische Atomanlagen geprobt. Politiker betonen den Willen zum Handeln, sollte die Weltgemeinschaft das iranische Atomprogramm nicht stoppen können.

In Israel mehren sich die Stimmen, die mit einem Militärschlag gegen iranische Atomanlagen drohen. «Wenn nötig, werden wir Gewalt anwenden», sagte Isaak Ben-Israel, Abgeordneter der regierenden Kadima-Partei, in einem Interview des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel».

Militärische Probleme stünden einem Angriff nicht im Wege, sagte der Generalmajor a.D., der dem Bericht zufolge als Luftwaffengeneral 1981 an der Planung des Luftangriffs auf den irakischen Reaktor Osirak beteiligt war. «Vielleicht wird es schwieriger, aber es ist lösbar. Wir könnten es schon heute tun.»

Manöver im Mittelmeer

Ben Israel bestätigte zugleich Berichte, wonach Israel kürzlich bei einem Großmanöver im östlichen Mittelmeer Bombenangriffe auf iranische Atomanlagen geprobt hatte. «Es war nicht die erste Übung, es wird auch nicht die letzte sein», sagte Ben-Israel. Die Luftwaffe habe die Übung abgehalten, «um uns auf den Fall vorzubereiten», dass die Weltgemeinschaft das iranische Atomprogramm nicht stoppen könne. An dem Manöver in der ersten Juniwoche hatten laut «New York Times» mehr als 100 Kampfflugzeuge vom Typ F-16 und F-15 sowie Rettungshubschrauber und Tankflugzeuge teilgenommen.

Teheran kündigte unterdessen erneut einen Gegenschlag an, sollte Israel Atomanlagen im Iran angreifen. Der jüdische Staat liege in Reichweite iranischer Raketen, sagte General Mohammed Ali Dschafari, Befehlshaber der Revolutionären Garden. Jeden Angriff Israels auf seine Atomanlagen werde Teheran mit einem Raketen-Gegenschlag vergelten, sagte Dschafari laut iranischen Medienberichten vom Samstag. Zugleich drohte der Chef der Revolutionsgarden mit einer Blockade der für die Ölexporte aus der Golfregion wichtigen Ölroute durch den Persischen Golf und die Straße von Hormus.

«Alle Optionen auf dem Tisch»

Israel betrachtet den Iran als die größte strategische Gefahr für die eigene Sicherheit. Verteidigungsminister Ehud Barak hatte jüngst in Zeitungsinterviews darauf hingewiesen, dass «alle Optionen auf dem Tisch» seien. Zuletzt hatte Vizeministerpräsident Schaul Mofas für Schlagzeilen gesorgt, als er dem Iran mit einem Angriff drohte, falls er sein Atomwaffenprogramm fortsetze. Diese Äußerungen waren seinerzeit noch als Einzelmeinung und Positionierung im Kampf um den Parteivorsitz in der Kadima-Partei angesehen worden. (dpa)

 
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