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Vorwurf aus Simbabwe: 

Deutsches Papier für Mugabes Terror

25. Jun 2008 08:14
Noch im Januar bekam man für diese Banknote sechs Laib Brot
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Dass der Diktator immer noch an der Macht ist, habe er auch einer Firma aus München zu verdanken, behaupten Regierungskritiker. Oppositionsführer Tsvangirai indes ist sich nicht sicher, ob er sich internationale Truppen im Land wünscht oder nicht. Mit Audio

Die Firma Giesecke & Devrient liefert Spezialpapier zum Drucken von Geld nach Simbabwe. Und Geld, sagt Gorden Moyo von der Organisation Bulawayo Agenda, «ist die wichtigste Waffe Mugabes.» Ohne die Geldpapier-Lieferungen aus Deutschland, glaubt er, wäre die Terrorkampagne längst zusammengebrochen. Mitarbeiter in Simbabwes Zentralbank bestätigten, dass wöchentlich Hunderttausende Druckbögen aus München an die Zentralbank geliefert würden.

Das Münchner Unternehmen wollte dies weder bestätigen noch dementieren. «Mit der Produktion von Banknoten nehmen wir eine hoheitliche Aufgabe wahr und dürfen zu einzelnen Kundenbeziehungen keine Stellung nehmen», sagte Sprecher Heiko Witzke. Er betonte, man halte sich bei internationalen Geschäften an alle vorhandenen Auflagen. Die EU hat keinerlei Handelssanktionen gegen Simbabwe erlassen.

Internationale Pressestimmen zum Anhören:

Den Quellen in Simbabwes Zentralbank zufolge wird das mit Wasserzeichen und Sicherheitsstreifen ausgestattete Papier in der staatlichen Druckerei von Harare bedruckt. Ein großer Anteil des Geldes werde dann dazu genutzt, um auf dem Schwarzmarkt Devisen zu kaufen, mit denen Waffen oder importierte Luxusgüter für die Elite erworben würden. Für das Papier erhalte Giesecke & Devrient einen Betrag von 500.000 Euro pro Lieferung.

75-Milliarden-Dollar-Schein

Das vor mehr als 150 Jahren gegründete Familienunternehmen Giesecke & Devrient gilt als zweitwichtigster Hersteller von Banknoten weltweit. Mehr als die Hälfte des Vorjahresumsatzes von 1,5 Milliarden Euro erwirtschaftete die Firma, die auch Ausweise und Chipkarten herstellt, in diesem Bereich.

Simbabwes Währung hat seit Ende vergangenen Jahres dramatisch an Wert verloren. Die Inflationsrate wird derzeit auf zwei Millionen Prozent geschätzt. Simbabwes Zentralbank führte erst kürzlich den 75-Milliarden-Dollar-Schein ein, der bei der Ausgabe etwa fünf Euro wert war. Die Wirtschaft in dem einstigen afrikanischen Vorzeigestaat liegt am Boden.

Tsvangirai widerspricht sich

Die politischen Unruhen der vergangenen Wochen haben die Lage weiter verschärft. Nach den Wahlen Ende März war eine Stichwahl um das Präsidentenamt notwendig geworden. Oppositionsführer Morgan Tsvangirai zog sich von dem für Freitag geplanten Urnengang wegen der staatlichen Gewalt gegen Anhänger seiner Partei zurück.

Anschließend hat er sich widersprüchlich zu einer möglichen militärischen Intervention in seinem Land geäußert. Während er der «Frankfurter Rundschau» sagte, «Interventionen sollten sich auf das Feld der Diplomatie beschränken», forderte er in einem Beitrag für den britischen «Guardian» den Einsatz einer internationalen Friedenstruppe zum Schutz der Bevölkerung in Simbabwe. In der britischen Zeitung forderte Tsvangirai die Vereinten Nationen auf, weiter zu gehen als in der jüngst verabschiedeten Erklärung des Sicherheitsrats, in der die Gewalt in Simbabwe verurteilt worden war. «Wir brauchen eine Macht zum Schutz des Volkes», schrieb er.

Weltsicherheitsrat gegen Wahl

Nach Ansicht des Weltsicherheitsrats kann die für Freitag geplante Stichwahl aufgrund der Gewalt im Land nicht stattfinden. Freie und faire Wahlen seien in Simbabwe derzeit nicht möglich, hatte das höchste UN-Gremium am Montag erklärt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte eine Verschiebung der Stichwahl.

Mugabe hält jedoch trotz aller internationaler Kritik weiter an der Stichwahl fest. Bei einer Wahlkundgebung in einem Vorort von Harare sagte er am Dienstag nach Angaben des südafrikanischen Fernsehens: «Wir werden unsere Wahl abhalten... Andere Leute können sagen, was sie wollen, aber die Wahl ist unser, und wir sind ein souveräner Staat!»

Die Stichwahl zwischen Mugabe und Tsvangirai war nötig geworden, weil keiner der beiden im ersten Wahlgang am 29. März eine absolute Mehrheit gewonnen hatte. Seit Ende März sind nach Angaben der Opposition mindestens 90 ihrer Anhänger getötet und tausende verletzt worden. (epd/dpa)

 
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