An den Zugängen zur Altstadt seien Kontrollen mit jeweils sechs bis zehn Soldaten postiert worden. Die ausgewählten Zuschauer schwenkten Fahnen und riefen «China». Etwa die Hälfte der 156 Läufer stammte aus Tibet, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.Der Fackellauf wurde von Exiltibetern und internationalen tibetischen Aktionsgruppen scharf kritisiert. Aus ihrer Sicht will Chinas Führung damit ihren Machtanspruch auf Tibet bekräftigen. Der Dalai Lama hatte seine Landsleute aufgefordert, den Fackellauf nicht zu stören und zu respektieren. Die Tibeter unterstützten die Olympischen Spiele, wozu auch der Fackellauf gehöre, hatte das religiöse Oberhaupt der Tibeter im Vorfeld betont.
Der ursprünglich geplante dreitägige Fackellauf durch Tibet war im Zuge der Änderungen nach dem Erdbeben in Sichuan auf nur noch einen Tag in Lhasa verkürzt worden. Möglicherweise waren aber auch die Unruhen in Tibet ein Grund für die Kürzung der Zeremonie. Mitte März war es zu schweren antichinesischen Protesten gekommen. Nach Angaben der tibetischen Exilregierung kamen dabei mindestens 203 Tibeter ums Leben; diese Zahl ist fast zehn Mal so hoch wie die offiziellen Angaben aus Peking. Seitdem wurde der Fackellauf in vielen Teilen der Welt von pro-tibetischen Demonstranten gestört. (nz/dpa/AP)