Ab 2009:
Slowakei kommt in Europa an
19.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Slowakei erfüllt die Kriterien für die Mitgliedschaft. So betrug das Haushaltsdefizit 2007 nur 2,2 Prozent und lag damit unter dem Limit von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Schuldenquote betrug 29,4 Prozent; zulässig wären bis zu 60 Prozent. Die Teuerungsrate liegt mit 2,2 Prozent einen ganzen Prozentpunkt unter der zulässigen Höchstgrenze für Euro-Mitglieder von 3,2 Prozent. Dies wurde auf den hohen Wert der slowakischen Krone gegenüber dem Euro zurückgeführt.
Die Europäische Zentralbank befürchtet allerdings, dass die Slowakei nach dem Euro-Beitritt die Inflation nicht im Griff behalten kann. Diese Bedenken verhinderten jedoch nicht den Beitritt. Bisher fing der starke Anstieg der Krone gegenüber dem Euro einen Teil des Inflationsdrucks ab. Im Mai hatte die Krone einen deutlich höheren Leitkurs gegenüber dem Euro bekommen. Der endgültige Umtauschkurs soll im Juli festgelegt werden.
Die Regierung in Bratislava war von der Europäischen Zentralbank zu einer Fortsetzung der Wirtschaftsreformen und einer weiteren Öffnung der Märkte aufgerufen worden. Besonders auf dem Energiesektor müsse der Wettbewerb gefördert werden, hieß es. Der wachsenden Inflationsgefahr müsse mit geringeren öffentlichen Ausgaben und einer Begrenzung der Lohnsteigerungen entgegengewirkt werden.
Die Slowakei ist erst seit vier Jahren EU-Mitglied. Sie verfolgte einen strikten wirtschaftlichen Reformkurs, um fit für den Euro zu werden. Das Euro-Bargeld wurde 2002 in den ersten zwölf EU-Staaten eingeführt in Belgien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal, Österreich, Finnland und Griechenland. (AP)

