20. Jun 2008 08:16
Zum G8-Gipfel in Japan werden auch wieder Zehntausende Gegner erwartet – Eine Großdemos in Sapporo ist geplant und Straßenblockaden. Auch Sabine Zimpel ist dabei, wenn sich Zehntausende aus aller Welt sammeln.
Mit einer kleinen deutschen Attac-Delegation wird die 37-Jährige nach Japan reisen. Zur Friedensdemonstration am 5. Juli im 100 Kilometer vom Tagungsort Toyako entfernten Sapporo würden Zehntausende Menschen aus aller Welt erwartet. Mobilisiert werde vor allem im ostasiatischen Raum. «Die Menschen da nehmen das sehr ernst.» Trotz der hohen Reisekosten werde auch mit mehreren hundert Teilnehmern aus Europa gerechnet - für den Flug müssen rund 1000 Euro hingeblättert werden.Ob Zimpel bei den Aktionen und Protesten in der unmittelbaren Nähe des Tagungsortes dabei sein wird, wird sie erst vor Ort entscheiden. «Die Protest-Kultur in Japan hat auch eine militante Tradition», sagt sie. Sie erwarte auch «sehr heftige Aktionen der Behörden», die auch vor Deutschen nicht halt machten. «Das muss ich persönlich nicht haben.» Es sei auch nicht leicht, überhaupt zum Gipfelort vorzudringen. «Das alles ist noch besser abgeschirmt als in Heiligendamm», erklärt sie. Das Luxushotel «Windsor», in dem getagt wird, liegt wie eine Festung am Kratersee eines erloschenen Vulkans, dem Toya-See.
Vor der Küste Hokkaidos patrouillieren japanische Kriegsschiffe. «Die kreuzen da nicht nur, sondern machen jetzt bereits militärische Übungen», sagt Zimpel. Darüber hinaus liegt die dünn besiedelte Insel abseits aller Verkehrsströme. Erwartet werden in Japan auch esperanto-sprechende Globalisierungs-Gegner. Eine Bewegung namens «Esperantoliga für Freiheit auf Hokkaido» habe sich daran gemacht, Proteste gegen den Gipfel zu planen, berichtete «Spiegel-online». Besonders nervös seien die japanischen Behörden, weil sie die Sprache nicht verstünden. Den Esperanto-Demonstranten gehe es darum, ein Zeichen gegen die sprachliche Vorherrschaft der G8-Länder zu setzen.Japanische Aktivisten der Gruppe «No G8! Action» reisen bereits seit einigen Wochen durch Europa und die USA und berichten über die Vorbereitungen gegen das G8-Treffen. So soll es bereits vom 1. bis 4. Juli in Sapporo Kundgebungen geben, davor in Tokio. Konzerte sind auch geplant. Ob Bono und Bob Geldof wieder auftreten, ist aber noch nicht bestätigt. Und vom 7. bis 9. Juli steht «Blocking G8» auf dem Programm - direkt am Toya-See sollen die Zufahrtstraßen mit Sitzblockaden dichtgemacht werden. Ein Höhepunkt soll der Alternativgipfel vom 6. bis 8.Juli werden. An ihm nehmen rund 50 Organisationen teil. Themen werden unter anderem Klima, Finanzmärkte und Lebensmittelkrise sein.