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Wegen steigender Benzinpreise: 

Bush will Öl in Naturschutzgebiet fördern

18. Jun 2008 10:25
Ölbohrungen in Alaska würden auch die Eisbären betreffen
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Die Schmerzgrenze der Amerikaner ist mit einem Spritpreis von vier Dollar pro Gallone überschritten. Bush will deshalb seinen lang gehegten Plan umsetzen, vor den Küsten Amerikas nach Öl zu bohren. Auch in einem Naturschutzgebiet in Alaska.

US-Präsident George W. Bush will nach einem Bericht der «New York Times» das langjährige Verbot von Ölbohrungen vor der US-Küste aufheben. Damit reagiert er auf die Wut vieler Amerikaner über die rasant gestiegenen Öl- und Spritpreise. An diesem Mittwoch wolle Bush den Kongress dazu auffordern, das 1982 verabschiedete Moratorium zu beenden.

«Der Präsident glaubt, dass der Kongress keine Zeit mehr verschwenden soll» und «sichere, umweltfreundliche Ölbohrungen vor der Küste» genehmigen soll, teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino, mit. Auch der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain hatte sich am Dienstag für die Ölförderung in bisher geschützten Gewässern ausgesprochen.

Bush will auch seine Forderung bekräftigen, mit der Ölförderung in einem Naturschutzgebiet in Alaska beginnen. Naturschützer laufen seit Jahren Sturm gegen dieses Vorhaben. Das Naturschutzgebiet Arctic National Wildlife Refuge (ANWR) liegt in einer Küstenebene und ist Lebensraum für Millionen Zugvögel, Karibus und andere Tiere.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain schloss sich den Forderungen von Bush an. Bei einer Rede in Houston bekräftigte er, dass er ebenfalls die Ölförderung an der Küste befürworte, schreibt die «New York Times». Der republikanische Gouverneur von Florida, Charlie Christ, übernahm MacCains Meinung umgehend.

Die Serengeti Nordamerikas

Umweltschützer kämpfen seit Jahrzehnten gegen die Öffnung des von ihnen als «Serengeti Nordamerikas» bezeichneten Gebiets für Ölbohrungen. Die oppositionellen Demokraten im Kongress haben sich der Forderung aus Wirtschaft und Politik nach einem Ende des Bohr-Moratoriums bislang widersetzt. Das Verbot gilt seit über einem Vierteljahrhundert für über 80 Prozent der Gewässer in der äußeren Kontinentalplatte und bezieht sich auf die West- und die Ostküste der USA.

Da in den USA der Spritpreis zuletzt aber über die psychologisch wichtige Marke von vier Dollar je Gallone stieg, ist in der Bevölkerung der Ruf nach einer Ausweitung der heimischen Ölförderung wieder lauter geworden. Unterdessen forderte eine Gruppe von Senatoren die Regierung auf, eine formelle Beschwerde gegen die OPEC bei der Welthandelsorganisation (WTO) einreichen. Die Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) verstoße gegen den freien Welthandel, weil sie als Kartell die globalen Ölvorräte knapp halte, erklärten die elf Senatoren.

Zehn der Beschwerdeführer gehören der Demokratischen Partei an, einer ist ein Unabhängiger. Die acht OPEC-Mitglieder, die auch der WTO angehörten, müssten zur Rechenschaft gezogen werden, erklärte der Anführer der Gruppe, Senator Frank Lautenberg, in einem Brief an die US-Handelsbeauftragte Susan Schwab. Deren Sprecherin Gretchen Hamel erklärte, man habe bereits über einen derartigen Schritt nachgedacht, halte ihn aber für nicht effektiv.

Bush macht sich seit langem für Ölbohrungen in einem Naturschutzgebiet in Alaska stark. Die Pläne scheiterten bisher an dem Widerstand der Demokraten im Kongress. Das bestehende Verbot für Bohrungen nach Öl und Gas vor der West- und Ostküste der USA war 1990 von Bushs Vater, US-Präsident George Bush, im Interesse des Umweltschutzes bekräftigt worden. (dpa, AP, nz)

 
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