Clintons Absage als Vize-Präsidentin:
Ex-First Lady will nicht zweite Geige spielen
05. Jun 2008 23:32
 |  Gibt sich geschlagen: Hillary Clinton | Foto: dpa |
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Sind ihre Mitarbeiter eigenmächtig vorgeprescht oder war es eine geschickt plazierte, indirekte Absage an Obama? Mehrere US-Medien melden, Clinton wolle nicht Vizepräsidentin werden. Sie selbst wird erst am Samstag öffentlich dazu Stellung nehmen.
Hillary Clinton will nach Angaben ihres Wahlkampfteams nicht für das Amt des US-Vizepräsidenten unter Barack Obama kandidieren. «Sie strebt nicht die Vizepräsidentschaft an», zitierte der TV-Sender CNN ihren Wahlkampfmanager Phil Singer am Donnerstag. Die Wahl eines Vize liege ganz in der Hand Obamas. Obama selbst äußerte sich sehr zurückhaltend zu der Frage. «Natürlich stehe der Name von Senatorin Clinton auf jedermanns Liste», sagte er in einem CNN-Interview. Er machte aber keine Andeutung, wer Favorit für das Amt des Vize sei. Er wolle mit einer Entscheidung abwarten. «Ich möchte sichergehen, dass es die richtige Entscheidung ist.»
US-Medien spekulieren seit längerem darüber, dass Clinton als Vize-Präsidentin kandidieren könne. Angeblich habe Clinton intern selbst Interesse signalisiert, hieß es. Kommentatoren im US-Fernsehen hatten am Donnerstagabend (Ortszeit) zunächst keine Erklärung, was möglicherweise hinter den Kulissen vorgeht. «Was passiert da?», fragte ein CNN-Kommentator.
Obama in Umfragen vor McCain
Zugleich brachten neueste Umfragen Aufwind für Obama: Demnach liegt der designierte schwarze US-Präsidentschaftskandidat knapp vor seinem republikanischen Gegner John McCain. Nach einer CNN-Umfrage käme Obama derzeit auf 47 Prozent der Stimmen, McCain auf 45 Prozent. Clinton selbst will - nach erheblichem parteiinternem Druck - an diesem Samstag offiziell aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur aussteigen und ihre Niederlage einräumen. Zugleich wolle sie sich bei einer Veranstaltung in Washington hinter Obama stellen. «Ich werde Senator Obama gratulieren und seine Kandidatur unterstützen», hieß es in einer Mitteilung. Sie werde dazu beitragen, dass sich die gesamte Partei hinter dem Senator aus Illinois sammele.
Prominente Unterstützer schwenkten über zu Obama
US-Zeitungen zufolge entschied sich Clinton erst dann für den Rückzug, nachdem einige ihrer prominentesten Anhänger, darunter der frühere US-Vizepräsident Walter Mondale, auf eine Unterstützung Obamas umgeschwenkt waren. Zuvor hatten vier Spitzenpolitiker der Demokraten, darunter Parteichef Howard Dean, die Senatorin in einer öffentlichen Erklärung indirekt gedrängt, offiziell aus dem Rennen auszusteigen. «Der Wähler hat entschieden», hieß es darin. «Die Demokraten müssen nun ihre volle Aufmerksamkeit auf die Präsidentenwahl (am 4. November) richten.» Der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten stellte nach US-Medienberichten ein dreiköpfiges Team zusammen, das nach einem geeigneten Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten suchen soll. Mitglied sei auch Caroline Kennedy, Tochter des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy.
Unterstützung Clintons könnte entscheidend sein
Allerdings gab es im Obama-Team bereit seit längerem auch starke Vorbehalte gegen Clinton als Vize. Das würde bedeuten, dass auch ihr Ehemann und Ex-Präsident Bill Clinton erheblichen Einfluss erhalten würde. Unter Berufung auf enge Berater Obamas berichtete das «Wall Street Journal» am Donnerstag, dass ein gemeinsames Rennen mit der Senatorin um das Weiße Haus «höchst unwahrscheinlich» sei. US-Wahlbeobachter betonen jedoch, dass die Unterstützung Obamas durch die frühere First Lady im Rennen gegen den Republikaner John McCain möglicherweise entscheidend sein könnte. Clinton hatte im Wahlkampf stark bei älteren Frauen, der weißen Arbeiterschaft und Latinos punkten können, die dem Senator aus Illinois zurückhaltend gegenüberstehen. Die 60-Jährige hatte bereits vor einiger Zeit im Wahlkampf erklärt, sich für Obama einsetzen zu wollen, sollte er die Nominierung sicher haben. (dpa)
US-Medien spekulieren seit längerem darüber, dass Clinton als Vize-Präsidentin kandidieren könne. Angeblich habe Clinton selbst Interesse signalisiert, hieß es. (nz/AP/dpa)
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