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US-Präsidentschaftskandidatur : 

Clinton auf dem Rückzug

05. Jun 2008 07:16
Geht auch vereint: Das Clinton-Obama Gespann
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Die ehemalige First Lady wird am Samstag offiziell ihre Niederlage eingestehen – und sich hinter ihren bisherigen Konkurrenten stellen. Eine Chance, die Arbeiter, Latinos und älteren Frauen für ihn zu gewinnen.

Bisher war es nur eine Vermutung, jetzt ist es offiziell: Hillary Clinton beendet ihre Kampagne für die Präsidenschaftskandidatur der Demokraten. Sie werde sich am Samstag auf einer Feier für ihre Anhänger in Washington hinter ihren Rivalen Barack Obama stellen und die Demokraten aufrufen, geeint gegen den republikanischen Kandidaten John McCain anzutreten, erklärte am Mittwoch Clintons Sprecher Howard Wolfson.

Die Feier werde erst am Samstag stattfinden, damit die zahlreichen Anhänger Clintons, die kommen wollten, auch anreisen könnten. Clinton traf die Entscheidung zur Beendigung ihrer Kampagne am Mittwoch nach Gesprächen mit ungeduldigen Abgeordneten. Sie werde Obama auch gratulieren, dass er es geschafft habe, die notwendige Zahl der Delegierten hinter sich zu vereinen, sagte Wolfson.

Bisher noch keine Gratulation

US-Wahlbeobachter betonen, dass die Unterstützung Obamas durch die die frühere First Lady im Rennen gegen den Republikaner John McCain möglicherweise entscheidend sein könnte. Clinton hatte im Wahlkampf stark unter älteren Frauen, der weißen Arbeiterschaft und Latinos punkten können, die dem Senator aus Illinois zurückhaltend gegenüberstehen. Die 60-Jährige hatte bereits vor einiger Zeit im Wahlkampf erklärt, sich für Obama einsetzen zu wollen, sollte er die Nominierung sicher haben.

Noch am Dienstag, als nach den letzten Vorwahlen feststand, dass Obama die notwendige Delegiertenzahl zusammenbekommen hat, hatte Clinton es vermieden, ihre Kampagne für beendet zu erklären und Obama zu gratulieren.

Superdeligierte wechseln das Lager

Viele sogenannte Superdelegierte, die in ihrem Abstimmungsverhalten nicht gebunden sind, hatten die Entscheidung Clintons aber schon gar nicht mehr abgewartet. Sie liefen, nachdem klar, dass Obama als erster Schwarzer Kandidat der Demokraten für das Präsidentenamt wird, in Scharen in dessen Lager über. Allein am Dienstag erklärten 51 Superdelegierte ihre Unterstützung für Obama, am Mittwoch kamen mindestens 21 weitere hinzu. Clinton verlor im Gegenzug neun Superdelegierte.

Obama kam damit auf 2175 Delegierte, 57 mehr als er braucht. Clinton kommt nach Zählung der Nachrichtenagentur AP auf 1923. Was nun aus ihren Delegiertenstimmen wird, ist aber noch unklar. Sie könnte es ihren Delegierten freistellen, wie sie auf dem Nominierungsparteitag abstimmen, oder sie setzt ihre Kandidatur nur aus und bekommt damit Einfluss auf die Gestaltung der politischen Fragen wie zum Beispiel des Gesundheitswesens, das zu ihren Kernthemen gehört.

Vizekandidat gesucht

Der Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, Karsten Voigt, sieht im Sieg Obamas eine Zäsur in der amerikanischen Geschichte. Die Tatsache, dass es bei den Demokraten zuletzt darum ging, ob eine Frau oder ein schwarzer Politiker ins Rennen ums Weiße Haus geht, sei «in doppelter Hinsicht ein Zeichen für die Veränderung der politischen Kultur in den USA», sagte Voigt den Dortmunder «Ruhr Nachrichten».

Mit einem dreiköpfigen Team sucht Obama unterdessen nach einem geeigneten Vizekandidaten. Zu dem Team gehören die Tochter des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy, Caroline Kennedy, der frühere stellvertretende Justizminister Eric Holder und der Washington-Insider Jim Johnson, wie aus Obamas Wahlkampfteam verlautete. Sie sammelten bereits Informationen über mögliche Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten. Namen wurden nicht genannt. (dpa/AP)

 
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