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Tagesthema US-Wahlen: 

Obama macht das Rennen

04. Jun 2008 07:32
Hat die erforderlichen Delegiertenstimmen: Obama mit seiner Frau
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Damit ist die amerikanische Geschichte um eine Premiere reicher: Der Senator Obama wird als erster schwarzer Kandidat der Demokraten in den Präsidentschaftswahlkampf ziehen – ob mit oder ohne Clinton, ist noch offen.

Barack Obama hat sich zum Kandidaten der Demokraten für die US-Präsidentenwahl am 4. November erklärt: «Heute Abend kann ich vor Euch treten und Euch sagen, dass ich der Kandidat der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl sein werde.» sagte er vor Anhängern am Dienstagabend in St. Paul (Bundesstaat Minnesota) nach dem Ende des fünfmonatigen Vorwahl-Marathons: Obama ist der erste designierte schwarze Präsidentschaftskandidat in der amerikanischen Geschichte.

Dagegen erkannte seine Konkurrentin Hillary Clinton ihre Niederlage zunächst nicht an. «Ich werde mich mit Unterstützern und der Parteiführung beraten, wie es weitergeht», sagte sie am Dienstagabend vor Anhängern in New York. «Die fast 18 Millionen Menschen, die für mich gestimmt haben, müssen gehört und gesehen werden», sagte die frühere First Lady.

Notwendige Schwelle überschritten

In einer leidenschaftlichen Rede rief Obama - Sohn eines Kenianers und einer weißen Amerikanerin - zum politischen Wandel in den USA auf. «Dies ist unsere Zeit, dies ist unsere Chance, eine neue Seite aufzuschlagen», rief der 46-Jährige.

Obama konnte nach Berechnungen des Fernsehsenders CNN nach den letzten beiden Vorwahlen in den Bundesstaaten South Dakota und Montana insgesamt 2132 Delegiertenstimmen auf sich vereinen - die notwendige Schwelle liegt bei 2118 Delegierten. CNN sprach von einem «historischen Tag». Designierter Gegner Obamas ist der Republikaner John McCain.

Obama gratuliert Clinton

Zugleich rief Obama eindringlich zur Einheit der Partei auf und lobte in seiner Rede seine Konkurrentin Clinton. Clinton sei eine Führungspersönlichkeit, die Millionen Amerikaner anspreche, erklärte er. Obwohl es zwischen ihr und ihm in den vergangenen Monaten Differenzen gegeben habe, sei ihm deutlich geworden, wie sehr Clinton daran arbeite, das Leben der einfachen Menschen zu verbessern.

«Lasst uns beginnen, zusammen zu arbeiten und uns zu einen, um gemeinsam die Zukunft Amerikas zu verändern», sagte Obama. Er gratulierte Clinton zu der «Art und Weise, wie sie diese Wahlkampagne geführt hat». Sie sei eine «politische Führerin, die Millionen von Amerikaner inspiriert».

Zugleich kursierten neue Spekulationen, dass Obama und Clinton im weiteren Wahlkampf zusammen finden könnten. Clinton gestand laut Presseberichten bereits indirekt ihre Niederlage ein. Sie habe ihre Bereitschaft erklärt, für den Posten der Vizepräsidentin Obamas zu kandidieren. Führende Politiker der Demokraten hatten immer wieder erklärt, nach dem langen und teilweise heftigen Vorwahlkampf gehe es jetzt zunächst darum, die Einheit der Partei zu sichern.

McCain nimmt die Herausforderung Obama an

Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain hieß Obama im eigentlichen Präsidentschaftswahlkampf willkommen. Zugleich griff er seinen demokratischen Rivalen scharf an. Obama und seine Versprechen von einer Wende seien schlecht für das Land, erklärte McCain bei einer Veranstaltung in New Orleans. «Das ist in der Tat eine Wahl der Veränderung», erklärte McCain. Allerdings bestehe die Wahl «zwischen einer Wende zum Guten und einer Wende zum Schlechten, zwischen Voranschreiten und Zurückgehen».

Außerdem bezeichnete McCain Obama als «beachtlichen Gegner» im Rennen um das Weiße Haus. «Ich bin aber bereit für diese Herausforderung», sagte McCain im US-Staat Louisiana. Zugleich wies der Senator aus Arizona Angriffe Obamas zurück, McCain werde lediglich die Politik von George W. Bush fortsetzen.

Überläufer sicherten den Sieg

Bereits Stunden vor der Ende der Vorwahlen waren immer mehr «Superdelegierte» zu Obama übergelaufen und sicherten ihm so die notwendigen Stimmen zur Nominierung. «Die Nominierung ist ihm nicht mehr zu nehmen», sagte ein CNN-Kommentator.

«Superdelegierte» sind hohe Parteifunktionäre, die in ihrer Entscheidung nicht an Weisungen ihrer Basis gebunden sind. Offiziell bestimmen die Demokraten auf einem Nominierungsparteitag Ende August in Denver (US-Bundesstaat Colorado) ihren Präsidentschaftskandidaten. Bei den letzen beiden Vorwahlen siegte Obama in Montana und Clinton in South Dakota. (dpa/AP)

 
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