Prozess nach Anschlägen vom 11. September:
Fünf Top-Terroristen stehen vor Sondertribunal
03. Jun 2008 17:01
 |  Die Angeklagten sollen für die Anschläge in New York mitverantwortlich sein | Foto: dpa |
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Die US-Regierung hält Ramzi Binalshibh, einen der fünf Angeklagten, für einen Mitverschwörer bei den Terroranschlägen. Binalshibh galt als ein enger Vertrauten von Mohammed Atta, dem Anführer der Todespiloten.
Chalid Scheich Mohammed: Der Mann, einst «Nummer drei» im Terrornetzwerk El Kaida, gilt als Drahtzieher der Anschläge. «Ich war verantwortlich für die Planung der Operationen von A bis Z», sagte er nach Angaben des Pentagons vom März 2007. Auch andere terroristische Verbrechen soll der heute 44-Jährige gestanden haben.
Kritiker zweifeln die Aussagekraft der Geständnisse allerdings an und verweisen auf Berichte, nach denen Mohammed gefoltert wurde. Der Mann kam 1964 oder 1965 in Kuwait auf die Welt, sein Vater soll aus der pakistanischen Provinz Baluchistan stammen. In den 1980er Jahren studierte er in den USA, wo er angeblich einen Abschluss als Ingenieur erwarb.Ramzi Binalshibh: Der heute 36-jährige Jemenit wohnte in Hamburg zusammen mit Mohammed Atta, dem Anführer der Todespiloten vom 11. September. Er soll einer seiner engsten Vertrauten gewesen sein. In der Hamburger Terrorzelle soll Binalshibh als Organisator und «Bankier» gewirkt haben. Nach Überzeugung der US-Regierung ist er einer der Mitverschwörer der Terroranschläge. Angeblich sollte er ursprünglich bei den Flugzeug-Entführungen dabei sein, bekam aber kein Visum für die USA.
Versorgung der Attentäter mit Geld
Ali Abdel Asis Ali: Der in Kuwait aufgewachsene Mann soll die Flugzeugattentäter mit Geld versorgt haben. Er ist mit Scheich Mohammed und dem Drahtzieher des Anschlags von 1993 auf das World Trade Center, Ramsi Jussef, verwandt. Jussef war im November 1997 zu einer Freiheitsstrafe von 240 Jahren verurteilt worden. Mustafa Ahmed al-Hausawi: Der Saudi-Araber soll den Flugzeugterroristen Geld beschafft haben. Kurz nach den Anschlägen soll er unter anderem Al-Qaeda-Chef Osama bin Laden getroffen haben. Er sagte im Prozess gegen den Franzosen Zacarias Moussaoui aus, der im Mai 2006 als Mitverschwörer der Anschläge vom September 2001 zu lebenslanger Haft verurteilt worden war.
Unterstützung der Todespiloten
Walid bin Attasch: Er soll die Todespiloten unterstützt und in direktem Kontakt mit ihnen gestanden haben. Der Guantánamo-Häftling hat nach Angaben des Pentagons vom März 2007 die Planung des Anschlags auf das US-Kriegsschiff «USS Cole» im Oktober 2000 im Jemen zugegeben, bei dem 17 US-Soldaten getötet wurden. Zudem soll er seine Beteiligung an den Terrorangriffen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania im August 1998 mit 230 Toten gestanden haben. Angeblich unterstützte Attasch die Attentäter unter anderem mit gefälschten Stempeln und Visa. Zeitweise soll er Leibwächter von Osama bin Laden gewesen sein. (dpa)