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Vorwahlen in den USA: 

Der Clinton-Countdown läuft

02. Jun 2008 21:14
Hillary Clinton feiert, als hätte sie beste Chancen
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Es ist nur noch eine Frage der Zeit, sagen Beobachter: Im Laufe der Woche wird Barack Obama die magische Grenze von 2118 Deligierten überschreiten. Er rechnet schon mit der Unterstützung seiner Konkurrentin. Und sie?

Hillary Clinton klang ganz und gar nicht wie jemand, der kurz vor dem Aus steht. «Lasst uns weiterkämpfen», rief sie jubelnden Anhängern in Puerto Rico nach ihrem deutlichen Sieg vom Sonntag gleich viermal zu, und in ihren Augen blitze noch einmal Triumph. Wie so oft in den vergangenen Wochen pries sich die frühere First Lady als «der stärkere Kandidat» gegen Republikaner John McCain an, unterstrich ihren angeblichen Vorteil gegenüber Barack Obama in umkämpften Bundesstaaten. Es wird wohl alles nichts nutzen: Nach dem Nackenschlag der Parteiführung bei der Wertung der umstrittenen Wahlen von Florida und Michigan dürfte dem schwarzen Senator die Nominierung nun nicht mehr zu nehmen sein. Noch in dieser Woche, sind sich amerikanische Medien sicher, wird es soweit sein.

Treten die Prognosen ein, wird Barack Obama die beiden letzten Vorwahlen in Montana und South Dakota an diesem Dienstag klar für sich entscheiden. Gerade einmal 48 Delegiertenstimmen trennten ihn am Montag noch von der «magischen Zahl» 2118, die die Nominierung bedeutet. Die 31 Stimmen der letzten beiden Wahlen werden alleine nicht reichen, doch haben etwa 200 Superdelegierte - Mitglieder der Partei-Elite, die sich frei zwischen den Kandidaten entscheiden können - weder Obama noch Clinton die Unterstützung erklärt. Der frühere Mehrheitsführer der Demokraten im Senat und Obama- Unterstützer Tom Daschle erwartet nach Montana und South Dakota, dass sich noch eine ganze Reihe von Superdelegierten für den Senator aussprechen. «Bis zum Ende der Woche werden wir den entscheidenden Moment erleben, dann, wenn er diese Zahl erreicht hat.»

«Bei 2118 ist alles vorbei, alle Diskussionen werden aufhören», ist sich der prominente TV-Moderator Tim Russert sicher. Dass sich rund ein Viertel der Superdelegierten bislang noch bedeckt hielt, liegt seiner Meinung nach daran, dass sie «Clintons Wunsch Respekt zollen, die Vorwahlen noch zu Ende zu bringen». Der Sieg in Puerto Rico am Sonntag, schrieb das «Wall Street Journal» am Montag, «ist mit ziemlicher Sicherheit ihr letzter in einer Reihe von Siegen, die zu spät kamen und ihr zu wenige Delegierte einbrachten».

Nach eigenen Berechnungen liegt sie bei Gesamtstimmen vorn

Selbst unter ihren hochkarätigsten Unterstützern macht sich scheinbar Resignation breit, mehren sich die Mahnungen an die Senatorin aus New York, den Kampf um die Nominierung keinesfalls bis zum Parteitag Ende August in Denver zu tragen. «Am nützlichsten wäre es, wenn wir eher früher als später eine Lösung in der Nominierungs-Frage fänden», sagt Debbie Wasserman-Schultz, Abgeordnete aus Florida und Clinton-Anhängerin, der «Los Angeles Times». «Ich glaube nicht, dass es darüber einen Kampf auf dem Parteitag gibt», meint Pennsylvanias Gouverneur Ed Rendell, einer der glühendsten Unterstützer der früheren First Lady.

Zunächst klammert sich Clinton noch an die Gesamtzahl der über die vergangenen fünf Monate abgegebenen Stimmen, bei der sie zumindest nach ihrer eigenen Berechnung vor Obama liegt. Kaum jemand außerhalb ihres Lagers will dieser Auslegung folgen, weil darin unter anderem die Stimmen der umstrittenen Vorwahl von Michigan enthalten sind, wo Obama nicht einmal auf dem Wahlzettel stand. «Sie beansprucht einen psychologischen Sieg», schrieb das «Wall Street Journal».

Wichtiger Aktivposten

Doch hat Obama schon längst Kurs auf den Kampf mit John McCain genommen - und er lässt auch gegenüber Clinton keinen Zweifel daran. «Sie wird ein großartiger Aktivposten sein, wenn es auf November zugeht», sagte der schwarze Senator kurz nachdem er ihr zum Sieg in Puerto Rico gratuliert hatte. (Frank Brandmaier, dpa)

 
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